Deutsche Tageszeitung - Kritik an Auslaufen von Corona-Schutzmaßnahmen hält an

Kritik an Auslaufen von Corona-Schutzmaßnahmen hält an


Kritik an Auslaufen von Corona-Schutzmaßnahmen hält an
Kritik an Auslaufen von Corona-Schutzmaßnahmen hält an

An dem weitgehenden Auslaufen der Corona-Schutznahmen trotz nach wie vor hoher Inzidenzwerte gibt es weiter scharfe Kritik. Er rechne deswegen mit einer stärkeren Ausbreitung des Coronavirus, sagte der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen am Donnerstag den Sendern RTL und ntv. In den Osterferien werde dann "mit Mobilität das Infektionsgeschehen noch mal weiter angefacht".

Textgröße ändern:

In Kombination mit dem verminderten Schutz durch Masken könne das bedeuten, "dass wir damit diese Welle noch mal etwas verlängern, etwas mehr verschleppen", warnte Dahmen. Zu erwarten seien deswegen mehr Krankenhauseinweisungen und auch vermehrte Sterbefälle. "Der Preis ist also auch bei einer milderen Variante nach wie vor viel zu hoch", kritisierte er die drastische Lockerung der staatlichen Maßnahmen an diesem Wochenende.

"Täglich hunderte Tote in der Gruppe der vulnerablen Menschen dürfen keine Selbstverständlichkeit bleiben", kritisierte auch der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, das Vorgehen der Bundesregierung und der meisten Länder im Portal t-online. Zwar gebe es die Hotspot-Regeln im neuen Infektionsschutzgesetz, doch "dafür fehlen objektive Kriterien", monierte Brysch.

Die Anwendung der Hotspot-Regeln, die weiterhin strengere Schutzmaßnahmen wie Maskenpflichten in Innenräumen zulässt, wurde bisher nur in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg beschlossen. Die meisten Bundesländer kritisieren zwar das Auslaufen der Maßnahmen als unangemessen, halten die Ausrufung ihrer Länder zu Hotspots jedoch auf Grundlage des Bundesgesetzes nicht für rechtssicher möglich.

Die Situation in Berlin sei derzeit nicht so, dass die in dem Gesetz geforderten Kriterien erfüllt wurden, sagte Berlins Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) dem RBB-Inforadio. Allerdings bleibe das Land vorbereitet, wenn sich dies ändere.

Zudem kritisierte auch Gote vor allem den weitgehenden Wegfall der Maskenpflicht: "Ich habe tatsächlich ein mulmiges Gefühl, wenn ich an die nächsten zwei Wochen denke, weil wir damit ab morgen ein wirklich mildes Mittel, was uns sehr geholfen hat in der Pandemie, nämlich das Masketragen, nicht mehr anwenden können", sagte sie dem Sender.

Die Abschaffung der Maskenpflicht und weiterer Schutzmaßnahmen hatte in der Ampel-Koalition vor allem die FDP durchgesetzt. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) forderte danach die Länder zur Anwendung der Hotspot-Regel auf, stieß damit aber auf deren rechtlichen Vorbehalte.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen am Donnerstagmorgen mit 1625,1 an, etwas weniger als am Vortag. Zudem wurden binnen 24 Stunden 279 weitere Todesfälle von Infizierten gemeldet.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Hausärzte werfen Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vor

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat der Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vorgeworfen. "Die Bundesregierung lässt die Praxen beim Hitzeschutz im Stich", sagte die Verbandsvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. "Den jahrelangen Ankündigungen, man werde das Thema Hitzeschutz endlich priorisieren, sind keine Taten gefolgt."

Warken will Suizidprävention stärken - Verbände fordern zentrale Hilfe-Rufnummer

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Suizidprävention bundesweit stärken. Die dafür zuständigen Länder und Kommunen sollten besser unterstützt werden, heißt es in einem Gesetzentwurf, dessen Inhalte AFP am Freitag in Berlin in Auszügen vorlagen. Darin ist unter anderem die Schaffung einer "Bundesfachstelle für Suizidprävention" geplant. Mehrere Verbände drängten auf eine bundesweit einheitliche Krisendienst-Rufnummer.

Marburger Bund fordert besseren Hitzeschutz für Krankenhäuser

Angesichts anhaltend hoher Temperaturen hat der Ärzteverband Marburger Bund einen besseren Hitzeschutz für Krankenhäuser gefordert. "Die allermeisten Bereiche vom Krankenhaus sind nicht klimatisiert", sagte die erste Vorsitzende Susanne Johna am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Klare Vorgaben gebe es nur für den Operationsbereich und für die Radiologie. Nur ein Drittel der Häuser habe klimatisierte Patientenzimmer.

Fraktionsübergreifend Werben für Widerspruchslösung bei Organspende

Rednerinnen und Redner unterschiedlicher Fraktionen haben am Donnerstag im Bundestag für die Einführung der so genannten Widerspruchslösung bei der Organspende geworben. Viele Menschen sterben, "weil das rettende Organ fehlt", sagte die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann in der Orientierungsdebatte im Parlament. Sie betonte, auch bei der Widerspruchslösung bleibe "das Recht auf Selbstbestimmung unangetastet".

Textgröße ändern: