Deutsche Tageszeitung - DAK-Studie: Coronazeit verschärft Bewegungsarmut bei Schulkindern

DAK-Studie: Coronazeit verschärft Bewegungsarmut bei Schulkindern


DAK-Studie: Coronazeit verschärft Bewegungsarmut bei Schulkindern
DAK-Studie: Coronazeit verschärft Bewegungsarmut bei Schulkindern / Foto: © AFP/Archiv

Die Coronakrise hat den Bewegungsmangel bei Schulkindern weiter verschärft. Im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie sank bei sozial benachteiligten Jungen und Mädchen der Anteil an ausreichend Aktiven von 27 auf 22 Prozent, wie die Krankenkasse DAK-Gesundheit am Montag in Hamburg berichtete. Insgesamt zwei Drittel aller Schulkinder bewegen sich zu wenig.

Textgröße ändern:

Im Schnitt verbringen die Jungen und Mädchen der Klassenstufen fünf bis zehn demnach mehr als zwölf Stunden täglich im Sitzen. Mehr als jedes dritte Schulkind trieb in der Coronazeit nach eigenen Aussagen zudem weniger Sport. Laut den nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung sollten sich Kinder und Jugendliche täglich mindestens 90 Minuten moderat bis intensiv bewegen.

Aktuell trifft dies nur auf 32 Prozent aller befragten Jungen und Mädchen zu. Im ersten Jahr der Pandemie lag der Anteil mit 29 Prozent noch darunter, weil viele Sportmöglichkeiten durch Lockdowns wegfielen. Vor der Pandemie hatten sich aber auch nur 35 Prozent regelmäßig bewegt. Dieser Anteil schrumpfte in der Pandemie nun nochmals - vor allem bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien. Nur 22 Prozent dieser Kinder haben aktuell ausreichend Bewegung.

"Die Pandemie hat die Bewegungsarmut nochmals verschärft", erklärte Studienleiter Reiner Hanewinkel vom gemeinnützigen Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord). "Es haben sich besonders diejenigen Schulkinder weniger bewegt, die ohnehin schon früher nicht aktiv genug waren." Für den Präventionsradar 2022 befragte das IFT-Nord im Schuljahr 2021/2022 im Auftrag der DAK-Gesundheit rund 18.000 Schulkinder in 13 Bundesländern zu ihrem Gesundheitsverhalten.

Die Kinder nennen unterschiedliche Gründe für ihre Sportabstinenz. Die meisten Jungen und Mädchen sagen, dass sie in ihrer Freizeit lieber etwas anderes machen (73 Prozent) oder Sport und Schule sich nicht gut vereinbaren lassen (72 Prozent). 63 Prozent haben keine Lust auf Sport, und mehr als die Hälfte der Befragten spielt lieber auf einer Spielkonsole oder auf dem PC. Sozial benachteiligte Schulkinder geben häufiger als andere an, keine geeignete Ausrüstung zu haben oder niemanden, der mitmachen will.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Krankenhäuser hoffen auf Wiedereinführung des Zivildienstes

Im Fall einer Wiedereinführung des Zivildienstes in Deutschland sind die Krankenhäuser in hohem Maße bereit, Zivi-Stellen zu schaffen. Fast alle Kliniken, die früher Zivis beschäftigten, wären nach einer Umfrage des Deutschen Krankenhaus Instituts (DKI) bereit, wieder ein vergleichbares Stellenangebot zu schaffen, wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Apothekerverband: Arzneimittelausgaben 2025 deutlich gestiegen

Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Arzneimittel sind nach Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. 2025 habe es bei den Arzneimitteln ohne Impfstoffe erwartungsgemäß einen Anstieg um 4,9 Prozent auf 56,4 Milliarden Euro gegeben, teilte der DAV am Donnerstag unter Berufung auf Abrechnungsergebnisse von Apothekenrechenzentren in Berlin mit.

Erster Pollenalarm im Westen und Südwesten - Im Nordosten hält Kälte Blüten in Schach

Während im Nordosten Frost und Schnee die Pollen noch in Schach halten, hat vor allem im Südwesten und Westen aufgrund milderer Temperaturen die Pollensaison bereits begonnen. Dort schreitet die Blüte der Flühblüher langsam voran, wie der Polleninformationsdienst (PID) in Berlin am Mittwochabend mitteilte.

Zahl der Herzinfarkte sinkt - Bei Frauen oft spät erkannt

Die Zahl der Herzinfarkte in Deutschland sinkt. Der Anteil betroffener Männer ging zwischen 2014 und 2024 um 18,5 Prozent zurück, wie die Krankenkasse KKH am Mittwoch in Hannover mitteilte. Bei den Frauen war der Rückgang mit 13,7 Prozent etwas geringer - bei ihnen würden Herzinfarkte häufig erst spät erkannt und Warnsignale fehlgedeutet, warnte die KKH.

Textgröße ändern: