Deutsche Tageszeitung - Seit Montag in Thailand fast 200.000 Krankenhauseinlieferungen wegen Luftverschmutzung

Seit Montag in Thailand fast 200.000 Krankenhauseinlieferungen wegen Luftverschmutzung


Seit Montag in Thailand fast 200.000 Krankenhauseinlieferungen wegen Luftverschmutzung
Seit Montag in Thailand fast 200.000 Krankenhauseinlieferungen wegen Luftverschmutzung / Foto: © AFP/Archiv

Wegen gesundheitlicher Beschwerden infolge von Luftverschmutzung sind in Thailand allein diese Woche fast 200.000 Menschen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Seit Jahresbeginn seien bereits bei mehr als 1,3 Millionen Menschen gesundheitliche Probleme wegen der Luftverschmutzung aufgetreten, teilte das thailändische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit.

Textgröße ändern:

Über der Hauptstadt Bangkok, die elf Millionen Einwohner hat und ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt ist, hängt seit Tagen eine gelbgraue Dunstwolke. Diese besteht aus Abgasen von Fahrzeugen und Industrie sowie dem Rauch, der beim Abbrennen abgeernteter Felder entsteht.

Kinder, Schwangere sowie Menschen mit Atemwegs- und Herzproblemen wurden aufgerufen, drinnen zu bleiben. Alle, die das Haus verließen, sollten Schutzmasken tragen, mahnte der im Gesundheitsministerium arbeitende Arzt Kriangkrai Namthaisong.

Während ähnlich starker Luftverschmutzung Ende Januar und Anfang Februar hatten die Behörden in Bangkok die Einwohner aufgefordert, von zu Hause aus zu arbeiten. Ein Sprecher von Bangkoks Gouverneur Chadchart Sittipunt sagte, es werde eine ähnliche Anordnung geben, wenn sich die Lage weiter verschlechtere. Chadchart hatte vor seiner Wahl im Mai vergangenen Jahres versprochen, die Umweltbedingungen in Bangkok zu verbessern.

In der Stadt wurden Kontrollpunkte errichtet, um Fahrzeuge mit besonders hohen Abgaswerten aus dem Verkehr zu ziehen. In staatlichen Kitas wurden sogenannte staubfreie Zonen eingerichtet, also mit Luftreinigern ausgestattete Räume.

Das Gesundheitsministerium von Bangkok hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass in 50 Bezirken gesundheitsschädliche Konzentrationen von dem besonders gefährlichen Feinstaub der Kategorie PM2,5 gemessen worden seien. Diese Staubpartikel sind so klein, dass sie in den Blutkreislauf des Menschen und tief in die Lunge eindringen. Auch am Donnerstag lagen die PM2,5-Werte deutlich über der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Obergrenze.

Noch schlimmer war die Lage in Chiang Mai. Die in einer landwirtschaftlich geprägten Region gelegenen und bei Touristen beliebte Stadt wurde am Donnerstag vom Luftüberwachungsdienst IQAir als Stadt mit der weltweit drittschwersten Luftverschmutzung gelistet.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

GKV-Kommission legt Empfehlungen vor - Einschnitte und höhere Besteuerung

Die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung hat am Montag ein Paket mit 66 Empfehlungen vorgelegt, um die Finanzlage der Kassen zu verbessern. Zu den Vorschlägen zählt eine Streichung der kostenfreien Mitversicherung von Ehepartnern. Zudem schlagen die Fachleute vor, dass der Bund künftig die Kosten für die Versicherung von Grundsicherungs-Beziehenden übernimmt. Ebenfalls empfohlen wird eine höhere Besteuerung von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken, Tabak und Spirituosen vor. Zuzahlungen zu Medikamenten sollen steigen.

Reformen in Gesundheitssystem: Grünen-Politiker Dahmen fordert Eile von Regierung

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat die Bundesregierung zur Eile bei Reformen im Gesundheitsbereich aufgerufen. Es sei bislang "ein verlorenes Jahr" gewesen, kritisierte er am Montag im "Morgenmagazin" des ZDF. Leistungskürzungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung erteilte der Grünen-Politiker aber eine Absage: "Das verängstigt die Menschen und hilft nicht weiter", sagte Dahmen in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv.

Arbeitgeber fordern "Ausgabenmoratorium" bei gesetzlicher Krankenversicherung

Vor der Veröffentlichung der Empfehlungen zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung hat Arbeitgeber-Präsident Rainer Dulger eine Begrenzung der Ausgaben angemahnt. "Wir haben heute schon die teuerste Gesundheitsversorgung Europas - allerdings ohne die entsprechende Qualität“, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der "Welt am Sonntag". Er forderte ein "Ausgabenmoratorium", um den weiteren Anstieg der Beiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber kurzfristig zu stoppen.

Bundestag macht Weg frei für leichtere "Überkreuz"-Nierenspenden

Nierenspenden durch lebende Personen sollen künftig leichter möglich sein. Der Bundestag beschloss am Donnerstag eine Gesetzesänderung, wonach Lebendspenden von Nieren hierzulande künftig auch zwischen zwei unterschiedlichen Paaren "überkreuz" im Regelfall zugelassen werden. Dies soll den Kreis möglicher Organspenderinnen und -spender erheblich vergrößern.

Textgröße ändern: