Deutsche Tageszeitung - Schüler bescheinigen sich selbst mangelhafte digitale Gesundheitskompetenz

Schüler bescheinigen sich selbst mangelhafte digitale Gesundheitskompetenz


Schüler bescheinigen sich selbst mangelhafte digitale Gesundheitskompetenz
Schüler bescheinigen sich selbst mangelhafte digitale Gesundheitskompetenz / Foto: © AFP/Archiv

Mehr als die Hälfte der Schüler zwischen neun und 18 Jahren bescheinigt sich laut einer Studie der Barmer selbst eine mangelhafte digitale Gesundheitskompetenz. Auch 42 Prozent der Lehrer empfinden sich selbst als wenig informiert beim Umgang mit Gesundheitsinformationen im Internet, wie die Krankenkasse am Donnerstag zu einer gemeinsamen Studie mit der Technischen Universität München und der Hochschule Fulda mitteilte.

Textgröße ändern:

Demnach haben Schüler am meisten Probleme im Umgang mit personenbezogenen Daten und mit der Bewertung der Verlässlichkeit und Qualität von Gesundheitsinformationen. Der Umgang mit Smartphones oder Tablets fällt ihnen hingegen leichter. Mit zunehmendem Alter der Heranwachsenden steigt die digitale Gesundheitskompetenz.

Lehrer hadern vor allem mit dem Datenschutz, der Bestimmung der Alltagsrelevanz und der Bewertung der Qualität der Gesundheitsinformationen im Internet. Rund die Hälfte der Schüler gab an, in den Schulen kaum oder gar keine digitale Gesundheitskompetenz zu erlernen. Für die Studie wurden zwischen September und Dezember rund 1450 Schüler zwischen neun und 18 Jahren sowie fast 1200 Lehrer befragt.

"Digitale Gesundheitskompetenz entscheidet mit darüber, ob wir gesund leben, Risiken für die Gesundheit vermeiden und Verhaltensweisen stärken, die der Gesundheit gut tun", erklärte der Barmer-Vorstandsvorsitzende Christoph Straub. Die Fülle an digital bereitgestellten Informationen vermehre sich geradezu explosionsartig, fügte er hinzu.

Selbst bei spezifischen Suchbegriffen sei die schiere Masse an Informationen ein Problem. Hinzu komme die Frage, inwieweit die Suchergebnisse korrekte Informationen wiedergäben, erklärte Straub.

"Die Ergebnisse der repräsentativen Befragung zur digitalen Gesundheitskompetenz von Schülerinnen und Schülern im Alter von neun bis 18 Jahren sind ernüchternd", ergänzte Orkan Okan von der Technischen Universität München. Besonders wenig Kompetenz bescheinigten sich Heranwachsende aus Bayern, Hessen und Sachsen-Anhalt.

Es bestehe großer Handlungsbedarf, erklärte Kevin Dadaczynski von der Hochschule Fulda. Er forderte, das Thema mit an den Schulen bereits etablierten Themen sinnvoll zu verbinden. Als Beispiel nannte er die Medienkompetenzbildung, die in den Ländern verbindlich geregelt sei.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

WHO: Ebola-Ausbruch weitet sich auf neue Gebiete im Nordosten des Kongo aus

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo weitet sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf neue Gebiete im Nordosten des Landes aus. "Der Ausbruch wächst weiter, sowohl in Bezug auf die Fallzahlen als auch auf die geografische Ausdehnung", sagte der Leiter der Epidemiologie und Analytik der WHO, Olivier le Polain, am Freitag vor Journalisten in Genf. Das wahre Ausmaß des Ausbruchs sei "deutlich größer als das, was derzeit erfasst wird".

Heftige Kritik in Bundestag und Bundesrat an geplanter Gesundheitsreform

Die Pläne der Bundesregierung für eine Gesundheitsreform stoßen nicht nur bei der Opposition im Bundestag auf heftigen Widerstand, sondern auch im Bundesrat. Weitgehend einhellig mahnten die Bundesländer am Freitag eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung des Gesundheitswesens an. Im Bundestag kritisierten Politikerinnen und Politiker von Grünen, Linken und AfD die Reform in einer Plenardebatte als unsozial und unwirksam - und kündigten Gegenwehr an.

Heftige Kritik im Bundestag an Warkens Plänen für Gesundheitsreform

Die Pläne der Bundesregierung für eine Gesundheitsreform sind bei der Opposition im Bundestag auf heftigen Widerstand gestoßen. Politikerinnen und Politiker von Grünen, Linken und AfD kritisierten die Reform als unsozial und unwirksam - und kündigten Gegenwehr an. "Wir sagen dieser Sozialpolitik den Kampf an", sagte der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen am Freitag im Bundestag.

Paritätischer pocht auf mehr Effizienz im Sozialsystem statt Leistungskürzungen

Der Paritätische Gesamtverband hat Vorschläge vorgelegt, wie sich aus seiner Sicht der Sozialstaat effizienter und gerechter gestalten ließe, ohne Benachteiligte zu belasten. Zugleich warnte der Verband am Freitag eindringlich vor Einschnitten zum Nachteil von sozial Schwachen, wie sie derzeit in der schwarz-roten Koalition diskutiert würden. "Was bislang hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde, darf nicht umgesetzt werden", verlangte Hauptgeschäftsführer Joachim Rock.

Textgröße ändern: