Deutsche Tageszeitung - Baerbock und Heil werben gemeinsam in Südamerika um Fachkräfte

Baerbock und Heil werben gemeinsam in Südamerika um Fachkräfte


Baerbock und Heil werben gemeinsam in Südamerika um Fachkräfte
Baerbock und Heil werben gemeinsam in Südamerika um Fachkräfte / Foto: © AFP/Archiv

Auf einer gemeinsamen Reise nach Südamerika wollen Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) um Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt werben. "Brasilianische Pflegekräfte und kolumbianische Elektriker finden in Deutschland bereits offene Arme - diese Partnerschaft wollen wir ausbauen", erklärte Baerbock am Sonntag vor dem Abflug nach Brasília. Die Bundesregierung wolle "die Einwanderungspolitik vom Kopf auf die Füße stellen, denn unsere Wirtschaft braucht dringend mehr Fachkräfte".

Textgröße ändern:

Gerade in Brasilien sei "das Arbeitskräftepotenzial im Pflegebereich sehr groß und das Qualifikationsniveau sehr hoch", hatte eine Sprecherin von Heils Ministerium am Freitag gesagt. "Insofern ist dies ein geeigneter Ort, um dort sehr gezielt über Fachkräftegewinnung zu sprechen." Minister Heil sei es "dabei sehr wichtig, dass es immer darum geht, sehr sensibel vorzugehen, also dem Land nicht selbst benötigte Arbeitskräfte zu nehmen".

Die sechstägige Reise führt nach Brasilien, Kolumbien und Panama. Es handle sich um Besuche bei drei Partnern, mit denen "uns unendlich viel verbindet", erklärte Baerbock. "Wir leben in Demokratien, sind uns kulturell nah und treten für ein internationales System ein, das auf Regeln und Menschenrechten fußt."

Die Bundesregierung betrachtet insbesondere die Regierung des linksgerichteten brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva als wichtigen Partner. In diesem Jahr waren bereits Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Brasilien zu Besuch.

Der seit Januar amtierende Lula, der Brasilien bereits von 2003 bis 2010 regierte, möchte seinem Land ein größeres geopolitisches Gewicht verleihen. In den vergangenen Monaten reiste er dazu in die USA und nach China. Differenzen mit Deutschland gibt es allerdings in der Frage des Umgangs mit Russland - Baerbock sprach hier von "unterschiedlichen Blickwinkeln".

Kritiker werfen Lula zu große Nähe zu Russland vor. Brasiliens Präsident macht sich für Friedensgespräche von Russland und der Ukraine stark - dafür sieht der Westen die Bedingungen aber noch nicht als erfüllt an. Lobend erwähnte Baerbock zum Auftakt ihrer Reise Brasiliens Rolle in der Klimapolitik und das Potenzial des Landes als Produzent klimafreundlicher Energien.

Zudem wies die Ministerin auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit hin. Südamerika sei ein "potenzieller Gigant der Weltwirtschaft", erklärte sie. "Seit dem russischen Angriffskrieg ordnen wir die Fäden unserer globalen Verflechtung mit großem Tempo neu. Wir wollen ein dichtes und nachhaltiges Netzwerk auch über den Atlantik spannen." Dafür wäre auch das anvisierte Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten "ein großer Schritt vorwärts", erklärte Baerbock.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Trump startet nach ihm benanntes Regierungsportal für günstigere Medikamente

US-Präsident Donald Trump hat den Start eines nach ihm benannten Verkaufsportals für vergünstigte Medikamente bekannt gegeben. Auf der Website "TrumpRx" seien "Dutzende der am häufigsten verwendeten verschreibungspflichtigen Medikamente für alle Verbraucher mit drastischen Rabatten erhältlich", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) bei der Vorstellung des Regierungsportals im Weißen Haus. Trump versucht angesichts einer drohenden Niederlage seiner Republikaner bei den Zwischenwahlen im November, die Wut der US-Wähler über hohe Lebenshaltungskosten zu adressieren.

Krankenhäuser hoffen auf Wiedereinführung des Zivildienstes

Im Fall einer Wiedereinführung des Zivildienstes in Deutschland sind die Krankenhäuser in hohem Maße bereit, Zivi-Stellen zu schaffen. Fast alle Kliniken, die früher Zivis beschäftigten, wären nach einer Umfrage des Deutschen Krankenhaus Instituts (DKI) bereit, wieder ein vergleichbares Stellenangebot zu schaffen, wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Apothekerverband: Arzneimittelausgaben 2025 deutlich gestiegen

Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Arzneimittel sind nach Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. 2025 habe es bei den Arzneimitteln ohne Impfstoffe erwartungsgemäß einen Anstieg um 4,9 Prozent auf 56,4 Milliarden Euro gegeben, teilte der DAV am Donnerstag unter Berufung auf Abrechnungsergebnisse von Apothekenrechenzentren in Berlin mit.

Erster Pollenalarm im Westen und Südwesten - Im Nordosten hält Kälte Blüten in Schach

Während im Nordosten Frost und Schnee die Pollen noch in Schach halten, hat vor allem im Südwesten und Westen aufgrund milderer Temperaturen die Pollensaison bereits begonnen. Dort schreitet die Blüte der Flühblüher langsam voran, wie der Polleninformationsdienst (PID) in Berlin am Mittwochabend mitteilte.

Textgröße ändern: