Deutsche Tageszeitung - GKV: Große Zufriedenheit mit Beratungsangebot der Pflegekasse

GKV: Große Zufriedenheit mit Beratungsangebot der Pflegekasse


GKV: Große Zufriedenheit mit Beratungsangebot der Pflegekasse
GKV: Große Zufriedenheit mit Beratungsangebot der Pflegekasse / Foto: © AFP/Archiv

Die Pflegebedürftigen sowie ihre Angehörigen sind einer Erhebung zufolge mit den Angeboten zur Pflegeberatung der Pflegekassen zufrieden. Wie ein am Montag veröffentlichter Evaluationsbericht zur Pflegeberatung und zu den Pflegeberatungsstrukturen ergab, sind über 82 Prozent der Befragten insgesamt zufrieden. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Gernot Kiefer, hob die gestiegene Anzahl von spezialisierten Beratungsstellen sowie die hohe Zahl an weitergebildeten Pflegeberaterinnen und Pflegeberatern hervor.

Textgröße ändern:

Beim zeitlichen und inhaltlichen Umfang der Pflegeberatung waren in der Erhebung des Berliner IGES-Instituts die Zustimmungswerte noch höher: Hier bekundeten knapp 88 Prozent, dass ausreichend Zeit für die Beratung zur Verfügung stand und ihre Fragen beantwortet wurden. Zudem bewertete mit gut 87 Prozent die große Mehrheit die Pflegeberatung ihrer Pflegekasse als unabhängig und neutral.

"Das Beratungsangebot der Pflegekassen funktioniert gut", erklärte Kiefer. "Nun kommt es darauf an, das Angebot bei den Pflegebedürftigen und ihren An- und Zugehörigen noch stärker bekannt zu machen und die Nutzung auszubauen", sagte er.

Die Evaluation ergab zudem, dass die Pflegekassen auch unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie ein verlässliches und qualitativ hochwertiges Angebot an Pflegeberatung vorgehalten und umgesetzt hätten. Das zeige sich unter anderem darin, dass die Häufigkeit der Beratung im Rahmen eines Hausbesuchs von 2020 mit 86 Prozent auf rund 38 Prozent im Jahr 2023 abgenommen hat.

Es gebe eine deutliche Verschiebung hin zur telefonischen Beratung, die nun einen Anteil von rund 58 Prozent habe. Lediglich 14 Prozent der Befragten berichteten den Angaben zufolge von Schwierigkeiten bei der Inanspruchnahme der Pflegeberatung während der Pandemie.

Die Angebote für besondere Zielgruppen wie Menschen mit Demenz, psychischen Erkrankungen oder auch mit Migrationshintergrund seien insgesamt weiter ausgebaut worden und mittlerweile in fast allen städtischen Regionen vorhanden.

Der Bericht für die Pflegeberatung zeige aber auch Bedarfe zur Weiterentwicklung auf, hieß es weiter. Das betreffe eine stärkere Thematisierung von Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation, eine weitere Erhöhung der Sichtbarkeit und Bekanntheit des Angebots und eine noch bessere Integration von Pflegeberaterinnen und Pflegeberatern in kommunale und lokale Netzwerke.

In ländlichen Regionen sollte das Angebot insbesondere für Menschen mit Demenz und mit psychischen Erkrankungen sowie für pflegebedürftige Kinder und Jugendliche weiter gestärkt werden. Für diese Bereiche und besonders für die Digitalisierung etwa in Form der Video-Pflegeberatung oder von digitalen Informationsangeboten sieht der Bericht noch verstärkt Potenzial.

Der GKV-Spitzenverband berichtet dem Bundesgesundheitsministerium alle drei Jahre auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Pflegeberatung und den Pflegeberatungsstrukturen. Dabei werden im Rahmen einer Evaluation Themen wie Qualität, Umfang und Inhalt der Pflegeberatung auf Grundlage von Aussagen von Pflegekassen, Pflegeberaterinnen und Pflegeberatern, Beratungsstellen und ratsuchenden Pflegebedürftigen untersucht.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Koalition debattiert weiter über Pflegereform - Kosten steigen derweil weiter

Die Koalition debattiert weiter über Details einer Strukturreform der Pflegeversicherung - die Kosten steigen derweil weiter. Die Durchschnittslöhne in der Pflege legten in diesem Jahr abermals zu: um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf nun 24,50 Euro pro Stunde. Dies geht aus Berechnungen des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Der Verband mahnte eine rasche Umsetzung von Reformen an, um einen weiteren Anstieg der von den Versicherten zu zahlenden Eigenanteile zu bremsen.

Eineinhalb Millionen Betroffene: Leopoldina fordert bessere Therapien bei Long-Covid

Auch mehrere Jahre nach dem Ende der Coronapandemie gibt es Experten zufolge erhebliche Versorgungslücken bei der Behandlung von Spätfolgen wie Long-Covid. Betroffene würden nach wie vor falsch diagnostiziert und fänden keine ausreichenden Therapiemöglichkeiten bei Ärzten und in Hochschulambulanzen, erklärte die Wissenschaftsakademie Leopoldina in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungsnahme zu postinfektiösen Erkrankungen.

Linnemann weist Pflege-Forderungen der SPD zurück: Kostendeckel wäre "gefährlich"

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat die Forderung des Koalitionspartners SPD nach einer Deckelung der Eigenanteile bei der Pflege kategorisch zurückgewiesen. "Ein Deckel ist ja hochgradig gefährlich", sagte Linnemann am Mittwochabend im "heute journal" des ZDF. "Das muss man einfach so sagen." Ein solcher Deckel würde dazu führen, "dass die Kosten weiter ausarten", warnte der Minister.

Bundeskabinett beschließt Pflegereform - aber weiter Kritik

Bis zuletzt hatten Union und SPD um die Pflegereform gerungen, nun wurde sie im Bundeskabinett verabschiedet. Sie blieb dabei größtenteils so, wie sie Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) geplant hatte. Dieser sprach am Mittwoch von einem "ersten wichtigen Schritt" zur Stabilisierung des Pflegesystems. Die Hauptforderungen der SPD blieben hingegen unberücksichtigt - um sie soll sich eine neue Kommission kümmern.

Textgröße ändern: