Deutsche Tageszeitung - Apothekerverband: E-Rezepte bundesweit über Gesundheitskarte einlösbar

Apothekerverband: E-Rezepte bundesweit über Gesundheitskarte einlösbar


Apothekerverband: E-Rezepte bundesweit über Gesundheitskarte einlösbar
Apothekerverband: E-Rezepte bundesweit über Gesundheitskarte einlösbar / Foto: © AFP/Archiv

E-Rezepte können jetzt bundesweit mittels der elektronischen Gesundheitskarte in Apotheken eingelöst werden. Wie der Deutsche Apothekerverband (DAV) und die für die technische Umsetzung zuständige Gematik am Donnerstag mitteilten, steht dieses Angebot nun flächendeckend zur Verfügung. Es war seit Anfang Juli schrittweise eingeführt worden.

Textgröße ändern:

"Wir geben einen neuen technischen Impuls und haben damit einen weiteren wichtigen Meilenstein bei der Einführung des E-Rezepts in Deutschland erreicht", erklärte der DAV-Vorsitzende Hans-Peter Hubmann. Die Einlösung von E-Rezepten ist außerdem wie bisher über die E-Rezept-App sowie über einen Papierausdruck möglich.

"Wir freuen uns, dass immer mehr E-Rezepte in den Apotheken ankommen und ermutigen die Arztpraxen, von den neuen Möglichkeiten Gebrauch zu machen", erklärte Hubmann weiter. Laut DAV wurden allein im August mehr als 100.000 E-Rezepte in Deutschland eingelöst. Dies sei ein deutlicher Trend nach oben.

Beim Einlösen mit der Gesundheitskarte müssen Versicherte in der Apotheke ihre Gesundheitskarte in ein Kartenlesegerät einstecken. Die Karte dient dabei als Schlüssel, damit die Apotheke die Rezepte abrufen kann, gespeichert sind sie dort nicht. Der DAV wies darauf hin, dass so auch E-Rezepte für Angehörige komfortabel eingelöst werden könnten.

Während die Einlösung von E-Rezepten in Apotheken generell möglich ist, soll die Nutzung für Arztpraxen erst ab Anfang 2024 verpflichtend werden. DAV und Gematik dringen hierbei auf mehr Tempo, damit die Arztpraxen zum Jahreswechsel auch tatsächlich vorbereitet sind.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Koalition debattiert weiter über Pflegereform - Kosten steigen derweil weiter

Die Koalition debattiert weiter über Details einer Strukturreform der Pflegeversicherung - die Kosten steigen derweil weiter. Die Durchschnittslöhne in der Pflege legten in diesem Jahr abermals zu: um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf nun 24,50 Euro pro Stunde. Dies geht aus Berechnungen des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Der Verband mahnte eine rasche Umsetzung von Reformen an, um einen weiteren Anstieg der von den Versicherten zu zahlenden Eigenanteile zu bremsen.

Eineinhalb Millionen Betroffene: Leopoldina fordert bessere Therapien bei Long-Covid

Auch mehrere Jahre nach dem Ende der Coronapandemie gibt es Experten zufolge erhebliche Versorgungslücken bei der Behandlung von Spätfolgen wie Long-Covid. Betroffene würden nach wie vor falsch diagnostiziert und fänden keine ausreichenden Therapiemöglichkeiten bei Ärzten und in Hochschulambulanzen, erklärte die Wissenschaftsakademie Leopoldina in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungsnahme zu postinfektiösen Erkrankungen.

Linnemann weist Pflege-Forderungen der SPD zurück: Kostendeckel wäre "gefährlich"

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat die Forderung des Koalitionspartners SPD nach einer Deckelung der Eigenanteile bei der Pflege kategorisch zurückgewiesen. "Ein Deckel ist ja hochgradig gefährlich", sagte Linnemann am Mittwochabend im "heute journal" des ZDF. "Das muss man einfach so sagen." Ein solcher Deckel würde dazu führen, "dass die Kosten weiter ausarten", warnte der Minister.

Bundeskabinett beschließt Pflegereform - aber weiter Kritik

Bis zuletzt hatten Union und SPD um die Pflegereform gerungen, nun wurde sie im Bundeskabinett verabschiedet. Sie blieb dabei größtenteils so, wie sie Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) geplant hatte. Dieser sprach am Mittwoch von einem "ersten wichtigen Schritt" zur Stabilisierung des Pflegesystems. Die Hauptforderungen der SPD blieben hingegen unberücksichtigt - um sie soll sich eine neue Kommission kümmern.

Textgröße ändern: