Deutsche Tageszeitung - Long-Covid-Patienten sollen leichteren Zugang zu Arzneien bekommen

Long-Covid-Patienten sollen leichteren Zugang zu Arzneien bekommen


Long-Covid-Patienten sollen leichteren Zugang zu Arzneien bekommen
Long-Covid-Patienten sollen leichteren Zugang zu Arzneien bekommen / Foto: © POOL/AFP

Long-Covid-Patienten sollen einen erleichterten Zugang zu Arzneimitteln erhalten. Dies ist das Ergebnis des Runden Tisches, zu dem Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Dienstag Fachleute und Betroffene eingeladen hatte. Danach soll eine Kommission beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Liste mit Medikamenten erarbeiten, die für Long-COVID-Patienten auch außerhalb der Zulassung verordnet und bezahlt werden können.

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Manche Medikamente könnten die Leiden von Patienten mit Langzeitfolgen einer Corona-Infektion lindern, "obwohl sie nicht speziell für diese Erkrankung entwickelt wurden", erklärte Lauterbach. Die Behandlung dieser Patienten dürfe "nicht an Formalien scheitern", erklärte er. "Wir müssen flexibel und entschlossen reagieren, um diese Daueraufgabe zu lösen."

Es war der erste Runde Tisch zum Thema Long Covid in Lauterbachs Ministerium. Ziel des Treffens war es, sich über die Versorgungslage von Erkrankten auszutauschen und mögliche Maßnahmen zur Verbesserung zu diskutieren. Teilgenommen haben mehr als 70 Gäste, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus der Versorgung, aus Wissenschaft und Forschung, Politik, der pharmazeutischen Industrie, von Fachgesellschaften sowie von Betroffenenverbänden.

Lauterbach sagte nach den Beratungen vor der Presse, er wolle insgesamt hundert Millionen Euro für die Long-Covid-Forschung bekommen - bislang stünden ihm nur 40 Millionen Euro zur Verfügung. "Es fehlt an Geld für die Forschung", betonte Lauterbach. Er wolle deshalb in den anstehenden Haushaltsverhandlungen versuchen, mehr Geld zu erhalten.

Der SPD-Politiker kündigte zudem an, auch auf G7- und G20-Ebene daran zu arbeiten, dass Long Covid zum Forschungsthema wird. So solle auch international mehr Geld für die Forschung zur Verfügung stehen.

Lauterbach betonte am Dienstag erneut, dass Long Covid eine organische Erkrankung und keine Erkrankung der Psyche sei. Bei der es viele Schwererkrankte und nach wie vor keine Heilung gebe. "Dass Thema wird uns noch lange Zeit begleiten", betonte er. Die Beteiligten des ersten Runden Tisches hätten viele Erkenntnisse gewinnen können. Eine Folgeveranstaltung sei geplant.

Zu den vielen Symptomen von Long Covid zählen unter anderem Erschöpfung, Gedächtnisprobleme und Organschäden. Bereits im Juli hatte Lauterbach ein erstes Bundesprogramm vorgestellt, das Long-Covid-Kranken zu mehr Informationen und einer besseren medizinischen Versorgung verhelfen soll.

(M.Dylatov--DTZ)

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