Deutsche Tageszeitung - Gesetzliche Krankenkassen melden Rekordausgaben für Medikamente

Gesetzliche Krankenkassen melden Rekordausgaben für Medikamente


Gesetzliche Krankenkassen melden Rekordausgaben für Medikamente
Gesetzliche Krankenkassen melden Rekordausgaben für Medikamente / Foto: © Pfizer/AFP

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben im vergangenen Jahr so viel für Medikamente ausgeben müssen wie noch nie. Die Ausgaben erreichten laut einer Mitteilung des AOK-Bundesverbandes vom Dienstag einen Rekordwert von 54,0 Milliarden Euro. Damit stiegen die Kosten den Angaben zufolge innerhalb der vergangenen neun Jahre um 74 Prozent. Haupt-Kostentreiber sind patentgeschützte Arzneimittel, bei denen es zuletzt einen besonders hohen Preissprung gab.

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Laut AOK entfielen im vergangenen Jahr 53 Prozent der Gesamtkosten auf patentgeschützte Arzneimittel. Diese schlagen deshalb so stark zu Buche, weil sich die Kosten hier innerhalb von neun Jahren im Schnitt mehr als verdreifachten. So kostete den Angaben zufolge 2014 eine Packung eines patentgeschützten Arzneimittels durchschnittlich 190,06 Euro. 2023 betrugen die Kosten 587,72 Euro.

Die Kosten für nicht mehr patentgeschützte, sogenannte generikafähige Arzneimittel stiegen im Vergleich dazu im selben Zeitraum nur um 31 Prozent an. Eine Arzneimittelpackung kostete 2023 hier im Schnitt 34,85 Euro, im Jahr 2014 waren es noch 26,60 Euro. Medikamente mit Patent waren 2023 damit etwa 17-mal teurer als ohne Patent. 2014 war es noch das Siebenfache.

Einen immer größeren Anteil an den Gesamtkosten nehmen sehr teure Medikamente mit einem Apothekenverkaufswert von mehr als 1000 Euro ein. Während 2014 nur etwas mehr als jeder vierte Euro (27,6 Prozent) des Gesamtumsatzes auf Arzneimittel mit Preisen von 1000 Euro oder mehr entfiel, war es 2023 knapp jeder zweite Euro (47,6 Prozent).

Insgesamt wurden laut AOK im vergangenen Jahr mehr als 63.000 verschiedene Arzneimittel verkauft. Dabei wurden 692 Millionen einzelne, verschreibungspflichtige Medikamente ausgegeben. Nur 1,5 Prozent davon waren teurer als 1000 Euro.

Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands sind rund 75 Millionen Menschen in Deutschland gesetzlich versichert.

(W.Uljanov--DTZ)

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