Deutsche Tageszeitung - Nun fast ganz Bayern betroffen: Drei neue FSME-Risikogebiete in Deutschland

Nun fast ganz Bayern betroffen: Drei neue FSME-Risikogebiete in Deutschland


Nun fast ganz Bayern betroffen: Drei neue FSME-Risikogebiete in Deutschland
Nun fast ganz Bayern betroffen: Drei neue FSME-Risikogebiete in Deutschland / Foto: © AFP/Archiv

Die Zahl der Landkreise und Stadtkreise mit einem erhöhten Risiko für durch Zecken übertragene Hirnhautentzündungen hat sich um drei erhöht. Damit gelten deutschlandweit 183 Kreise als FSME-Risikogebiete, teilte das Robert-Koch-Institut am Donnerstag in Berlin mit. Mit 686 Erkrankungen an der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sei vergangenes Jahr zudem die zweithöchste Zahl seit dem Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 gezählt worden.

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In Bayern zählt nun auch die Stadt Augsburg als Risikogebiet, so dass mit Ausnahme der Stadt Schweinfurt inzwischen das ganze Bundesland diese Einstufung hat. In Brandenburg kam als fünfter Kreis der Landkreis Elbe-Elster auf die Risikoliste, in Niedersachsen als zweiter Kreis der Landkreis Celle.

In Deutschland besteht ein erhöhtes Risiko für eine FSME-Infektion vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen und im südöstlichen Brandenburg. Einzelne Risikogebiete liegen zudem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen.

Die im vergangenes Jahr erfassten 686 FSME-Erkrankungen entsprechen fast dem Doppelten des jährlichen Medianwerts von 352 Erkrankungen. Wie das RKI erklärte, sind die Impfquoten gegen die von Zecken verursachte Hirnhautentzündung auch in Risikogebieten weiter gering. Dies betreffe insbesondere die Altersgruppe der über 60-Jährigen, bei denen die Gefahr einer schweren Erkrankung deutlich erhöht ist. 98 Prozent der 2024 erkrankten Menschen seien gar nicht oder unzureichend geimpft gewesen.

Zecken können den Erreger von FSME übertragen, einer virusbedingten Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Experten beobachten seit einigen Jahren, dass sich FSME-infizierte Zecken in Deutschland weiter vom Süden in den Norden ausbreiten. Milde Winter sorgen zudem dafür, dass die Zecken schon recht früh aktiv werden.

Erst kürzlich hatten Experten vor einem erneut zeckenreichen Jahr gewarnt und erklärt, dass die RKI-Statistik wohl nur zehn Prozent aller Fälle erfasst. Laut Gerhard Dobler, Leiter des Nationalen Konsiliarlabors FSME am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München, gibt es "keine Region in Deutschland, die FSME-frei ist".

(A.Stefanowych--DTZ)

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