Deutsche Tageszeitung - Lauterbach sieht Fortschritte beim Kampf gegen Long Covid

Lauterbach sieht Fortschritte beim Kampf gegen Long Covid


Lauterbach sieht Fortschritte beim Kampf gegen Long Covid
Lauterbach sieht Fortschritte beim Kampf gegen Long Covid / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Das Bundesgesundheitsministerium sieht gewisse Fortschritte beim Kampf gegen Langzeitfolgen von Infektionen mit dem Coronavirus, dem sogenannten Long Covid. "Unsere Initiativen, Long Covid-Patienten zu helfen, zeigen erste Erfolge", erklärte Ressortchef Karl Lauterbach (SPD) anlässlich des fünften Runden Tisches zu dem Thema am Montag in Berlin. "Wir können Long Covid leider immer noch nicht heilen", räumte er aber auch ein.

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Dem Ministerium zufolge hat die Regierung bislang Modellprojekte zur Versorgung von betroffenen Kindern und Jugendlichen mit insgesamt 45 Millionen Euro gefördert. Für die Versorgungsforschung in den Jahren 2024 bis 2028 seien zudem 30 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 73 Millionen Euro bewilligt worden. Gearbeitet wird nach den Worten Lauterbachs auch an einer Liste mit Arzneimitteln zur speziellen Therapie von Long Covid.

Zwar sei eine Heilung noch nicht möglich, "aber wir können denjenigen, die immer noch unter den Folgen der Pandemie leiden, Hoffnung geben und arbeiten weiter mit dem Ziel der Heilung", sagte Lauterbach weiter. "Wir werden in unserem Einsatz nicht nachlassen", versicherte der Minister.

Das Gesundheitsministerium hatte seine Initiative zu Long Covid im Sommer 2023 begonnen, um nach eigenen Angaben "den wissenschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Erkenntnisprozess zu diesem neuen Krankheitsbild zu begleiten, verlässliche Informationen bereitzustellen und die Versorgungsforschung zu intensivieren". Erfasst werden auch ähnliche Symptomkomplexe wie das Chronische Erschöpfungssyndrom sowie Beschwerden in zeitlichem Zusammenhang mit Schutzimpfungen gegen das Coronavirus.

Bei den Arzneimitteln geht es auch um sogenannte Off-Label-Therapien. Dabei werden Medikamente außerhalb ihres normalen Anwendungsbereichs eingesetzt. Dafür wurde laut Gesundheitsministerium bereits ein "Therapie-Kompass" mit Empfehlungen für den Einsatz solcher Mittel erstellt.

Genaue Zahlen der dauerhaft Long-Covid-Betroffenen liegen nicht vor, im vergangenen Jahr war von Seiten Lauterbachs ein Wert von etwa einer halben Million genannt worden. Unterschiedlichen Studien zufolge leiden nach einer Covid-Infektion zwischen fünf und zehn Prozent der Betroffenen unter längerfristigen Gesundheitsproblemen. Verlässliche Angaben gibt es jedoch auch hier nicht - auch weil die Abgrenzung der Krankheitsbilder und ihrer Ursachen schwierig ist.

Zu den vielen Symptomen der Erkrankung zählen unter anderem Erschöpfung, Gedächtnisprobleme und Organschäden. Über die genauen Ursachen und Mechanismen ist noch wenig bekannt. Die Therapie konzentriert sich daher bislang vorwiegend auf die Linderung von Symptomen.

(A.Nikiforov--DTZ)

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