Deutsche Tageszeitung - Immer mehr Hochbetagte in Krankenhäusern: AOK fordert Strukturreformen

Immer mehr Hochbetagte in Krankenhäusern: AOK fordert Strukturreformen


Immer mehr Hochbetagte in Krankenhäusern: AOK fordert Strukturreformen
Immer mehr Hochbetagte in Krankenhäusern: AOK fordert Strukturreformen / Foto: © AFP/Archiv

Immer mehr Hochbetagte werden einer Analyse zufolge im Krankenhaus behandelt. Binnen 20 Jahren stieg der Anteil der Menschen über 80 Jahren an allen Krankenhausfällen von 13 auf 22 Prozent, wie die Krankenkasse AOK am Mittwoch in ihrem sogenannten Krankenhausreport mitteilte. Angesichts einer steigenden Zahl von hochbetagten Patienten und einer sinkenden Zahl an Personal forderte die Krankenkasse Strukturreformen zur Entlastung von Kliniken.

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Diese seien auf diese doppelte demografische Belastung nicht ausreichend vorbereitet. Bei Hochbetagten lägen häufig mehrere Erkrankungen vor. Durch beispielsweise körperliche Gebrechlichkeit hätten sie oft einen besonders hohen pflegerischen Bedarf.

"Insgesamt sehen wir bei diesen Patientinnen und Patienten ein hohes Risiko für Komplikationen, Versorgungslücken oder Brüche in der Versorgung", erklärte Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands.

Hochbetagte bleiben im Schnitt pro Aufenthalt fast doppelt so lange im Krankenhaus wie Menschen unter 60 Jahren. Die durchschnittlichen Krankenhauskosten seien bei den Hochbetagten fast siebenmal so hoch wie bei Jüngeren.

Die AOK forderte eine bessere ambulante Versorgung von Pflegebedürftigen. Nach einer Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) könnten so rund 1,4 Millionen Krankenhausaufenthalte pro Jahr vermieden werden.

Das entspreche rund 36 Prozent aller Krankenhausfälle von Pflegebedürftigen. "Wir müssen dafür sorgen, dass nur die Menschen im Krankenhaus behandelt werden, deren stationäre Behandlung nicht vermieden werden kann", erklärte David Scheller-Kreinsen vom Wido.

(V.Varonivska--DTZ)

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