Deutsche Tageszeitung - Maskenaffäre: Spahn hat keine Angst vor möglichem Untersuchungsausschuss

Maskenaffäre: Spahn hat keine Angst vor möglichem Untersuchungsausschuss


Maskenaffäre: Spahn hat keine Angst vor möglichem Untersuchungsausschuss
Maskenaffäre: Spahn hat keine Angst vor möglichem Untersuchungsausschuss / Foto: © AFP

Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) sieht einem möglichen Untersuchungsausschuss zur Maskenaffäre gelassen entgegen. Auf die Frage, ob er Angst vor einem solchen Ausschuss habe, antwortete Spahn dem "Stern" nach Angaben vom Montag: "Nein." Eine Enquete-Kommission sei allerdings "der bessere Weg zur Aufarbeitung und gesellschaftlichen Befriedung", betonte der CDU-Politiker demnach. "Wir haben in der damaligen Koalition Deutschland gut durch diese schwere Zeit geführt. Dafür müssen wir uns nicht in den Staub werfen."

Textgröße ändern:

Spahn beklagte laut "Stern" bösartige Vorwürfe in der Debatte um seine Person. "Ich wünsche mir, dass mein Handeln im Kontext der damaligen Notlage bewertet wird. Wir waren völlig unvorbereitet", sagte er. "Stattdessen werden nun, fünf Jahre später, Maßstäbe angelegt, als hätte es gar keine Jahrhundertpandemie gegeben und bösartig Vorwürfe konstruiert."

Die Coronapandemie müsse aufgearbeitet werden, forderte der Fraktionschef. "Die Wunden im Land sind aber nicht die Masken, sondern Impfpflicht, Schulschließungen, Freiheitseinschränkungen."

Angesichts der Vorwürfe gegen Spahn wegen Maskenkäufen in seiner Zeit als Bundesgesundheitsminister dringen vor allem Grüne und Linke auf die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Die beiden Parteien verfügen allerdings zusammen nicht über genügend Stimmen, um einen solchen Ausschuss zu beantragen. Da sie eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen, sind sie somit auf Unterstützung aus der SPD angewiesen.

Bislang befürworten SPD und Union die Einsetzung einer Enquete-Kommission zur Maskenbeschaffung. Einen entsprechenden Antrag brachten die beiden Fraktion bereits ins Parlament ein. Eine Enquete-Kommission hat allerdings weniger Befragungsrechte im Vergleich zu einem Untersuchungsausschuss.

Die Sonderbeauftragte zur Aufarbeitung der Maskenbeschaffung, Margaretha Sudhof (SPD) untersuchte im Auftrag des ehemaligen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) die Maskenbeschaffung während der Corona-Pandemie. Ihren Bericht wollte Lauterbachs Nachfolgerin Nina Warken (CDU) zunächst nicht veröffentlichen, er gelangte aber trotzdem an die Öffentlichkeit - zuerst mit Schwärzungen, dann auch fast ohne geschwärzte Passagen.

Sudhof macht Spahn darin schwere Vorwürfe. Demnach soll der CDU-Politiker unter anderem durch eine Abnahmegarantie für Schutzmasken zu hohen Preisen einen Milliardenschaden für die Steuerzahler verursacht haben.

Spahn nahm bereits im Haushaltsausschuss des Bundestags Stellung zum Bericht. Diese Woche soll im Haushalts- und Gesundheitsausschuss des Parlaments Sudhof selbst befragt werden.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

RKI: Zahl der Hitzetoten beträgt weiter 16.300

Die Zahl der Hitzetoten in diesem Sommer liegt weiterhin bei 16.300. Das geht aus dem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Ausgewertet wurden die Daten bis zum 30. August. Im Vergleich zum Bericht der Vorwoche kamen demnach keine weiteren Todesfälle dazu.

RKI: Antibiotikaverbrauch in deutschen Krankenhäusern unverändert

Der Antibiotikaverbrauch in deutschen Krankenhäusern ist 2025 weitgehend unverändert gegenüber dem Vorjahr geblieben. Damit zeige der Verbrauch aktuell keine Bewegung in Richtung des nationalen Ziels, den Antibiotikaeinsatz bis zum Jahr 2030 um neun Prozent gegenüber 2019 zu senken, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwoch in Berlin mit.

Regelmäßiger Alkoholkonsum junger Erwachsener erreicht historischen Tiefstand

Junge Menschen in Deutschland trinken nach neuen Daten des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit deutlich seltener regelmäßig Alkohol als früher. Rauschtrinken bleibt insbesondere unter jungen Männern verbreitet.

Barmer-Analyse: Ohne bessere Patientensteuerung deutlich mehr Notfallbehandlungen

Ohne eine bessere Patientensteuerung könnte die Zahl ambulanter Notfallbehandlungen in Krankenhäusern laut einer Krankenkassenstudie bis zum Jahr 2040 von zuletzt 13 Millionen auf 15,7 Millionen steigen. Das wäre ein Zuwachs um rund 21 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024, wie aus einer Analyse des Barmer-Instituts für Gesundheitssystemforschung hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag.

Textgröße ändern: