Deutsche Tageszeitung - Umfrage: Bereitschaft zum Krankenkassenwechsel gesunken

Umfrage: Bereitschaft zum Krankenkassenwechsel gesunken


Umfrage: Bereitschaft zum Krankenkassenwechsel gesunken
Umfrage: Bereitschaft zum Krankenkassenwechsel gesunken / Foto: © AFP/Archiv

Trotz der schwierigen Finanzlage im deutschen Gesundheitssystem und in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist die Bereitschaft zum Krankenkassenwechsel im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Aktuell denken 37 Prozent der gesetzlich Versicherten über einen Wechsel nach, wie aus einer Studie des Beratungsunternehmens Horváth hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Freitag vorlag. Vor einem Jahr waren es demnach noch 43 Prozent gewesen; 2022 angesichts spürbarer Beitragserhöhungen gar 59 Prozent.

Textgröße ändern:

Allerdings wechsele lediglich ein kleiner Teil derjenigen, die darüber nachdenken, tatsächlich die Krankenkasse, erklärte Horváth. Am ehesten setzen der Umfrage zufolge die 18- bis 44-Jährigen ihre Absicht in die Tat um: 15 Prozent von ihnen haben im vergangenen Jahr ihre Kasse gewechselt. Eine Mehrheit von 54 Prozent der Befragten hat dies hingegen noch nie getan.

"Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage achten die Deutschen derzeit stärker auf ihre Ausgaben, doch die Krankenkassenbeiträge stehen dabei selten im Fokus", erläuterte Horváth-Experte Simon Arne Manner. "Ein wichtiger Grund dafür ist die hohe Zufriedenheit der Versicherten. Zudem fallen Beitragserhöhungen oft nicht groß auf, zumal die Arbeitgeber einen Teil davon abführen." Viele Versicherte wüssten auch gar nicht, "wie einfach ein Kassenwechsel ist".

Wie die Managementberatung weiter erklärte, sank die Bereitschaft zum Krankenkassenwechsel im Vorjahresvergleich "obwohl für das kommende Jahr erneut Beitragssteigerungen für gesetzlich Versicherte zu erwarten sind". Davon gehen der Umfrage zufolge auch 70 Prozent der Versicherten aus.

Die Studie ergab zudem, dass lediglich 19 Prozent der Befragten der Politik zutrauen, Lösungen für die aktuellen Probleme im Gesundheitssystem zu finden. 70 Prozent bezweifeln dies hingegen.

Zugleich befürworten 61 Prozent der Befragten die Zusammenlegung der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung sowie der Beihilfe zu einer sogenannten Bürgerversicherung, um das Gesundheitssystem und insbesondere die Beiträge zu stabilisieren, Nur 20 Prozent lehnen dies ab.

Für den "GKV-Wechselmonitor 2025" von Horváth befragte das Marktforschungsinstitut Yougov im dritten Quartal im Auftrag der Managementberatung online 1406 gesetzlich Versicherte mit Wohnsitz in Deutschland.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Anhaltende Wärme macht Deutschland zu schaffen - Zahl der Hitzetoten weiter gestiegen

Die anhaltende Hitze macht Mensch und Natur in Deutschland weiter zu schaffen. Während das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag eine erneute Zunahme der Hitzetoten meldete, kämpfte die Feuerwehr vielerorts weiterhin gegen Wald- und Flächenbrände. Der Deutsche Tierschutzbund schlug Alarm und warnte vor Gefahren für Wildtiere durch ausgetrocknete Wasserstellen. Linderung ist zunächst nicht in Sicht: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) werden weiter teils ungewöhnlich hohe Temperaturen erwartet.

Mangel an Pflegeplätzen: Verband fordert "pflegepolitische Wende"

Angesichts drastisch gestiegener Eigenanteile und fehlender Pflegeplätze sieht der Arbeitgeberverband Pflege dringenden Handlungsbedarf. "Wir brauchen eine pflegepolitische Wende, sonst wird die Pflegekrise zur Gesellschaftskrise", erklärte Verbandspräsident Thomas Greiner am Donnerstag. "Pflege muss wieder günstiger werden, die Eigenanteile müssen runter und wir brauchen Pflegeplätze, Pflegeplätze, Pflegeplätze."

Barmer-Umfrage: Fast jeder Fünfte verschweigt etwas beim Arzt

Viele Menschen in Deutschland trauen sich einer Umfrage zufolge oft nicht, offen mit ihrem Arzt zu sprechen. 18 Prozent der befragten Erwachsenen gaben an, beim Arztbesuch schon einmal Probleme aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen verschwiegen zu haben, wie aus einer Umfrage der Krankenkasse Barmer laut Mitteilung vom Mittwoch hervorging. Demnach sind besonders Frauen und jüngere Menschen betroffen.

Bereits mehr als 2000 Tote durch Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo

Die offizielle Zahl der Todesopfer durch die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ist auf mehr als 2000 gestiegen. Von den 4381 bestätigten Infektionsfällen seien 2011 tödlich ausgegangen, teilten die kongolesischen Behörden am Dienstag mit. Damit nähert sich die Opferzahl derjenigen des bislang schwersten Ebola-Ausbruchs im Land, bei dem in den Jahren 2018 bis 2020 fast 2300 Infizierte gestorben waren.

Textgröße ändern: