Deutsche Tageszeitung - RKI: 2300 neue HIV-Infektionen in vergangenem Jahr - leichter Anstieg

RKI: 2300 neue HIV-Infektionen in vergangenem Jahr - leichter Anstieg


RKI: 2300 neue HIV-Infektionen in vergangenem Jahr - leichter Anstieg
RKI: 2300 neue HIV-Infektionen in vergangenem Jahr - leichter Anstieg / Foto: © AFP/Archiv

In Deutschland hat es im vergangenen Jahr nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) 2300 neue HIV-Infektionen gegeben. Dies waren gegenüber dem Jahr 2023 etwa 200 Neuinfektionen mehr, wie das RKI am Donnerstag in Berlin anlässlich des Weltaidstags am 1. Dezember mitteilte. Das RKI erklärte, der Anstieg zeige dass es weiterer Anstrengungen bedürfe, vor allem um die zielgruppenspezifischen Testangebote und den Zugang zu Therapie und Prophylaxe in der Fläche zu verbessern.

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Bei homosexuellen Verbindungen von Männern erhöhte sich die Zahl der Neuinfektionen der Schätzung zufolge von 1200 im Jahr 2023 auf 1300 im vergangenen Jahr. Beim Spritzen von Drogen infizierten sich etwa 400 Menschen, hier gibt es seit 2010 einen kontinuierlichen Anstieg. Bei heterosexuellen Kontakten gab es einen ebenfalls leichten Anstieg auf etwa 590 Neuinfektionen.

Nach Angaben des RKI gab es Ende 2024 insgesamt 97.700 Menschen mit HIV in Deutschland. Darunter seien etwa 8200 noch nicht diagnostizierte HIV-Neuinfektionen. Das RKI erklärte, es seien leicht zugängliche Testangebote, Maßnahmen zur Förderung der Testbereitschaft und die Kenntnis von Infektionsrisiken wichtig.

Etwa 98 Prozent der Menschen mit diagnostizierter HIV-Infektion erhielten 2024 eine sogenannte antiretrovirale Therapie. Bei fast allen Behandelten sei die Behandlung erfolgreich, so dass sie HIV nicht mehr auf sexuellem Weg übertragen können.

Etwa ein Drittel aller neudiagostizierten HIV-Infektionen sei 2024 erst mit einem fortgeschrittenen Immundefekt diagnostiziert worden, fast jede fünfte Infektion sogar erst mit dem Vollbild Aids.

Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe erklärte zu dem Anstieg, dieser sei "noch moderat, aber sehr ernstzunehmen." Insbesondere Länder und Kommunen müssten mehr tun - statt weniger, wie es gerade an vielen Orten geschehe.

"Wo in Prävention und Drogenhilfe gekürzt wird, sind steigende Infektionszahlen die logische Folge", erklärte Urban. "Kürzungen müssen zurückgenommen, Präventions- und Testangebote verstärkt werden - dann können die Zahlen auch bald wieder sinken."

(B.Izyumov--DTZ)

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