Deutsche Tageszeitung - Hessisches Landeskriminalamt warnt vor berauschenden Liquids in E-Zigaretten

Hessisches Landeskriminalamt warnt vor berauschenden Liquids in E-Zigaretten


Hessisches Landeskriminalamt warnt vor berauschenden Liquids in E-Zigaretten
Hessisches Landeskriminalamt warnt vor berauschenden Liquids in E-Zigaretten / Foto: © AFP/Archiv

Das hessische Landeskriminalamt (LKA) hat vor Liquids mit berauschenden Inhaltsstoffen in E-Zigaretten und Vapes gewarnt. Sie seien mit hochwirksamen und schnell abhängig machenden synthetischen Cannabinoiden versetzt, teilte das LKA am Donnerstag in Wiesbaden mit. Beim Konsum drohten massive gesundheitliche Nebenwirkungen. Die vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebten Liquids seien unter Namen wie "Görke", "Baller-Liquid" oder "Klatsch-Liquid" erhältlich.

Textgröße ändern:

Der hessischen Polizei seien in den vergangenen Monaten mehrere Vorfälle bekannt geworden, in denen Kinder und Jugendliche nach dem Konsum von E-Liquids ärztlich versorgt werden mussten. Bisherigen Erkenntnissen zufolge seien in den Liquids sogenannte neue psychoaktive Stoffe enthalten gewesen. Dabei handelt es sich um Stoffe, die verbotenen psychoaktiven Stoffen nachempfunden sind.

Im Fall eines 26-Jährigen aus dem Lahn-Dill-Kreis sei nicht auszuschließen, dass der Konsum von "Baller-Liquid" die Ursache seines Tods war. Rein optisch seien die berauschenden Liquids nicht von herkömmlichen und frei verkäuflichen zu unterscheiden. Deswegen sei die Verwechslungsgefahr hoch.

Die Substanzen in "Baller-Liquid" fielen in der Regel unter das Betäubungsmittel- oder Neue-Psychoaktive-Stoffe-Gesetz. Häufig sei auch nicht ersichtlich, wie hoch die Wirkstoffkonzentration ist.

Das LKA riet dazu, sich vor dem Kauf von Liquids über die Qualität zu informieren und grundsätzlich nicht an fremden E-Zigaretten zu ziehen. Die Beamten empfahlen Eltern, mit Kindern und Jugendlichen über die Risiken von Drogen zu sprechen, insbesondere im Zusammenhang mit E-Zigaretten.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Koalition debattiert weiter über Pflegereform - Kosten steigen derweil weiter

Die Koalition debattiert weiter über Details einer Strukturreform der Pflegeversicherung - die Kosten steigen derweil weiter. Die Durchschnittslöhne in der Pflege legten in diesem Jahr abermals zu: um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf nun 24,50 Euro pro Stunde. Dies geht aus Berechnungen des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Der Verband mahnte eine rasche Umsetzung von Reformen an, um einen weiteren Anstieg der von den Versicherten zu zahlenden Eigenanteile zu bremsen.

Eineinhalb Millionen Betroffene: Leopoldina fordert bessere Therapien bei Long-Covid

Auch mehrere Jahre nach dem Ende der Coronapandemie gibt es Experten zufolge erhebliche Versorgungslücken bei der Behandlung von Spätfolgen wie Long-Covid. Betroffene würden nach wie vor falsch diagnostiziert und fänden keine ausreichenden Therapiemöglichkeiten bei Ärzten und in Hochschulambulanzen, erklärte die Wissenschaftsakademie Leopoldina in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungsnahme zu postinfektiösen Erkrankungen.

Linnemann weist Pflege-Forderungen der SPD zurück: Kostendeckel wäre "gefährlich"

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat die Forderung des Koalitionspartners SPD nach einer Deckelung der Eigenanteile bei der Pflege kategorisch zurückgewiesen. "Ein Deckel ist ja hochgradig gefährlich", sagte Linnemann am Mittwochabend im "heute journal" des ZDF. "Das muss man einfach so sagen." Ein solcher Deckel würde dazu führen, "dass die Kosten weiter ausarten", warnte der Minister.

Bundeskabinett beschließt Pflegereform - aber weiter Kritik

Bis zuletzt hatten Union und SPD um die Pflegereform gerungen, nun wurde sie im Bundeskabinett verabschiedet. Sie blieb dabei größtenteils so, wie sie Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) geplant hatte. Dieser sprach am Mittwoch von einem "ersten wichtigen Schritt" zur Stabilisierung des Pflegesystems. Die Hauptforderungen der SPD blieben hingegen unberücksichtigt - um sie soll sich eine neue Kommission kümmern.

Textgröße ändern: