Deutsche Tageszeitung - Barmer: Mehr als eine Million Menschen wegen Alkohol in Behandlung

Barmer: Mehr als eine Million Menschen wegen Alkohol in Behandlung


Barmer: Mehr als eine Million Menschen wegen Alkohol in Behandlung
Barmer: Mehr als eine Million Menschen wegen Alkohol in Behandlung / Foto: © AFP/Archiv

Mehr als eine Million Menschen sind 2023 wegen Alkoholmissbrauchs medizinisch behandelt worden. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse des Barmer-Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) hervor. Insgesamt waren etwa 1.040.000 Menschen betroffen - davon 720.000 Männer und 320.000 Frauen. Sie mussten demnach wegen Alkoholsucht oder aufgrund einer Alkoholvergiftung in einer Praxis oder Klinik versorgt werden.

Textgröße ändern:

Besonders betroffen von riskantem Alkoholmissbrauch sind der Auswertung zufolge Menschen im Alter von 60 bis 69 Jahren. Etwa 40 von 1000 Männern und 16 von 1000 Frauen dieser Altersgruppe suchten demnach im betrachteten Zeitraum ärztliche Hilfe im Zusammenhang mit Alkohol. Dabei sei auffällig, dass Menschen mit Abitur und hohem Einkommen ein deutlich geringeres Risiko haben, alkoholabhängig zu werden.

Die Analyse zeigt zudem deutliche regionale Unterschiede. So befanden sich 2023 in Mecklenburg-Vorpommern etwa 23 von 1000 Einwohnenden wegen Alkoholmissbrauchs in Behandlung - der Anteil lag damit 56 Prozent über dem Bundesschnitt von 14,8 Betroffenen pro 1000 Einwohnern. Am niedrigsten lag die Rate in Rheinland-Pfalz mit etwa zwölf Betroffenen je 1000 Einwohnenden.

"Ein Alkoholproblem entwickelt sich häufig schleichend über Jahre", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Barmer-Krankenkasse, Christoph Straub. Daher sei es entscheidend, dass Erkrankte sich rechtzeitig an eine Suchtberatungsstelle oder -selbsthilfe wenden und Hilfe von Ärzten und Psychologen in Anspruch nehmen.

Straub nannte die Zahlen alarmierend. Diese seien dabei nur die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelziffer liege vermutlich deutlich höher.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Anhaltende Wärme macht Deutschland zu schaffen - Zahl der Hitzetoten weiter gestiegen

Die anhaltende Hitze macht Mensch und Natur in Deutschland weiter zu schaffen. Während das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag eine erneute Zunahme der Hitzetoten meldete, kämpfte die Feuerwehr vielerorts weiterhin gegen Wald- und Flächenbrände. Der Deutsche Tierschutzbund schlug Alarm und warnte vor Gefahren für Wildtiere durch ausgetrocknete Wasserstellen. Linderung ist zunächst nicht in Sicht: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) werden weiter teils ungewöhnlich hohe Temperaturen erwartet.

Mangel an Pflegeplätzen: Verband fordert "pflegepolitische Wende"

Angesichts drastisch gestiegener Eigenanteile und fehlender Pflegeplätze sieht der Arbeitgeberverband Pflege dringenden Handlungsbedarf. "Wir brauchen eine pflegepolitische Wende, sonst wird die Pflegekrise zur Gesellschaftskrise", erklärte Verbandspräsident Thomas Greiner am Donnerstag. "Pflege muss wieder günstiger werden, die Eigenanteile müssen runter und wir brauchen Pflegeplätze, Pflegeplätze, Pflegeplätze."

Barmer-Umfrage: Fast jeder Fünfte verschweigt etwas beim Arzt

Viele Menschen in Deutschland trauen sich einer Umfrage zufolge oft nicht, offen mit ihrem Arzt zu sprechen. 18 Prozent der befragten Erwachsenen gaben an, beim Arztbesuch schon einmal Probleme aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen verschwiegen zu haben, wie aus einer Umfrage der Krankenkasse Barmer laut Mitteilung vom Mittwoch hervorging. Demnach sind besonders Frauen und jüngere Menschen betroffen.

Bereits mehr als 2000 Tote durch Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo

Die offizielle Zahl der Todesopfer durch die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ist auf mehr als 2000 gestiegen. Von den 4381 bestätigten Infektionsfällen seien 2011 tödlich ausgegangen, teilten die kongolesischen Behörden am Dienstag mit. Damit nähert sich die Opferzahl derjenigen des bislang schwersten Ebola-Ausbruchs im Land, bei dem in den Jahren 2018 bis 2020 fast 2300 Infizierte gestorben waren.

Textgröße ändern: