Deutsche Tageszeitung - "Niedrigster Stand seit fast 50 Jahren": Zahl der Apotheken 2025 weiter gesunken

"Niedrigster Stand seit fast 50 Jahren": Zahl der Apotheken 2025 weiter gesunken


"Niedrigster Stand seit fast 50 Jahren": Zahl der Apotheken 2025 weiter gesunken
"Niedrigster Stand seit fast 50 Jahren": Zahl der Apotheken 2025 weiter gesunken / Foto: © AFP/Archiv

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Dienstag mitteilte, gab es zum Jahresende noch bundesweit 16.601 Apotheken. Das waren demnach 440 oder 2,6 Prozent weniger als Ende 2024. Damit sei "der niedrigste Stand an Apotheken seit fast 50 Jahren erreicht".

Textgröße ändern:

Der Apothekerverband machte für die Entwicklung unzureichende Kostenerstattungen verantwortlich. Seit der Umstellung auf das fixe Packungshonorar für Arzneimittel vor 22 Jahren habe es im Jahr 2013 nur einmal eine Erhöhung der Beträge gegeben. "Dieser Stillstand hat zur Folge, dass seit 2013 jede fünfte Apotheke schließen musste", hieß es. Damals habe es noch 20.662 Apotheken in Deutschland gegeben und damit 4061 mehr als heute.

"Das ist eine gefährliche Entwicklung, denn die Resilienz unserer Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung wird mit jeder Apothekenschließung weiter geschwächt", erklärte ABDA-Präsident Thomas Preis. Durch den Wegfall von Apotheken müssten immer mehr Menschen "weitere Wege bis zur nächsten Apotheke zurücklegen".

Angesichts von Kostensteigerungen und fehlender Anhebung der Erstattung sei für viele Apotheken "ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb nicht mehr darstellbar", sagte Preis weiter. Er forderte die Bundesregierung zum Handeln auf.

Union und SPD haben sich im Koalitionsvertrag bereits darauf verständigt, das fixe Apothekenhonorar pro Medikamentenpackung einmalig auf 9,50 Euro zu erhöhen. Preis kritisierte es vor dem Hintergrund von Apothekenschließungen als "vollkommen unverständlich", dass dies bisher nicht umgesetzt werde.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Rauchverzicht und bessere Behandlung: Rückgang von Herzinfarkten in Deutschland

Die Zahl der Herzinfarkte geht in Deutschland einer Erhebung zufolge weiter zurück. 2024 wurden rechnerisch 320 Herzinfarkte je 100.000 Menschen ab dem 30. Lebensjahr dokumentiert, das entspricht einem Minus von 14 Prozent im Vergleich zu 2017, wie aus dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) hervorgeht.

Trump gibt Rücktritt des Chefs der US-Arzneimittelbehörde bekannt

US-Präsident Donald Trump hat den Abgang des Chefs der US-Arzneimittelbehörde FDA, Marty Makary, bekanntgegeben. "Marty ist ein großartiger Kerl, aber er wird seinen Weg gehen und ein gutes Leben führen", sagte Trump am Dienstag vor Journalisten auf die Frage, ob er den FDA-Chef entlassen habe. Später veröffentlichte der Präsident auf seiner Plattform Truth Social eine angebliche Textnachricht Makarys, in der dieser seinen Rücktritt anbot.

Prozess um eigenmächtige Coronaimpfung: Freispruch für Unternehmer in Lübeck

Rund viereinhalb Jahre nach einer eigenmächtigen Coronaimpfaktion mit einem nicht zugelassenen Medikament am Lübecker Flughafen ist ein Unternehmer in einem Berufungsprozess freigesprochen worden. Das Landgericht Lübeck sah nach Angaben eines Sprechers am Dienstag vor dem Hintergrund einer komplizierten Rechtslage keine strafbaren Handlungen. Es hob daher ein erstinstanzliches Urteil des Lübecker Amtsgerichts auf, das den Angeklagten 2024 zu einer Geldstrafe von 250.000 Euro verurteilt hatte.

Hantavirus auf der "Hondius": WHO-Chef gibt nach Evakuierung noch keine Entwarnung

Nach der Evakuierung der letzten Passagiere vom Kreuzfahrtschiff "Hondius" kann von Entwarnung vorerst keine Rede sein. Während die in ihren Heimatregionen unter Quarantäne gestellten betroffenen vier Deutschen am Dienstag symptomfrei waren, litt ein nach seiner Heimkehr positiv auf das Hantavirus getesteter Spanier unter Fieber und Atemwegsproblemen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in Madrid, der Kampf gegen den Virus-Ausbruch sei "noch nicht vorbei". Er mahnte die mehr als 20 betroffenen Länder, die WHO-Empfehlungen zur Eindämmung des potenziell tödlichen Virus umzusetzen.

Textgröße ändern: