Deutsche Tageszeitung - Supreme Court lässt Berufung von Bayer gegen Roundup-Krebs-Urteil zu

Supreme Court lässt Berufung von Bayer gegen Roundup-Krebs-Urteil zu


Supreme Court lässt Berufung von Bayer gegen Roundup-Krebs-Urteil zu
Supreme Court lässt Berufung von Bayer gegen Roundup-Krebs-Urteil zu / Foto: © GETTY IMAGES/AFP/Archiv

Der Oberste Gerichtshof der USA hat eine Berufungsklage des deutschen Chemie-Riesen Bayer gegen ein Urteil gegen sein umstrittenes Pflanzenschutzmittel Roundup zugelassen. Wie der Supreme Court in Washington am Freitag mitteilte, will er sich mit der Verurteilung von Bayer zu einer Strafzahlung in Höhe von 1,25 Millionen Dollar (1,08 Millionen Euro) an einen Mann im Bundesstaat Missouri befassen, der seine Blutkrebserkrankung auf seine Verwendung von Roundup zurückgeführt hatte.

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Bayer hatte die Berufung bereits im April vergangenen Jahres eingereicht. Die Klage des Mannes in Missouri ist nur eine von tausenden, in denen Bayer vorgeworfen hat, nicht ausreichend vor Gesundheitsgefahren durch Roundup gewarnt zu haben. Bayer musste bereits mehr als zehn Milliarden Dollar in die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten rund um Roundup stecken, seit der Konzern 2018 Monsanto, den US-Hersteller von Roundup, gekauft hatte.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (Iarc) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft den Roundup-Inhaltsstoff Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen ein. Bayer hält dem Studien und behördliche Genehmigungen entgegen, die bewiesen, dass das Unkrautvernichtungsmittel sicher sei.

Bayer argumentiert, die Klagen in einzelnen US-Bundesstaaten dürften nicht zugelassen werden, weil die US-Umweltbehörde EPA den Verkauf von Roundup an Landwirte und andere Verbraucher ohne irgendeine Warnung zugelassen habe. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump unterstützt die Argumentation von Bayer, dass eine Einschätzung der Bundesbehörden Vorrang habe vor Regelungen der Bundesstaaten zu Warnhinweisen bei womöglich krebserregenden Produkten.

Bayer-Chef Bill Anderson begrüßte die Entscheidung des Supreme Court, den Fall zur Prüfung anzunehmen. "Es ist Zeit, dass das US-Rechtssystem festschreibt, dass Unternehmen nicht nach den Gesetzen einzelner Bundesstaaten bestraft werden können für die Einhaltung der Anforderungen des Bundes zu Warnhinweisen", erklärte er.

Lori Ann Burd von der Nichtregierungsorganisation Center for Biological Diversity reagierte hingegen enttäuscht. "Es ist ein trauriger Tag für Amerika, wenn unser höchstes Gericht zustimmt zu prüfen, tausenden an Krebs erkrankten Roundup-Nutzern" ihr Recht auf ein Gerichtsverfahren zu nehmen, erklärte sie. Bayer wolle verhindern, dass Geschworene jemals wieder die tatsächlichen Fakten über Roundup erführen.

Es wird damit gerechnet, dass neun überwiegend konservativen Richter des Obersten Gerichtshofs sich im Frühling mit dem Fall befassen. Eine Entscheidung könnte dann im Juni oder Anfang Juli fallen.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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