Deutsche Tageszeitung - Barmer warnt: Zu wenige Menschen lassen sich gegen Grippe impfen

Barmer warnt: Zu wenige Menschen lassen sich gegen Grippe impfen


Barmer warnt: Zu wenige Menschen lassen sich gegen Grippe impfen
Barmer warnt: Zu wenige Menschen lassen sich gegen Grippe impfen / Foto: © AFP/Archiv

In Deutschland lassen sich zu wenige Menschen gegen Grippe impfen, auch in den besonders gefährdeten Gruppen. Im Jahr 2023 waren sechs von zehn Menschen ab 60 Jahren nicht gegen Influenza geimpft, wie aus dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Arzneimittelreport der Krankenkasse Barmer hervorgeht. Das sei weniger als in den Jahren 2020 bis 2022.

Textgröße ändern:

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt demnach eine Quote von 75 Prozent. Besonders gefährlich ist Influenza für Patienten in stationärer Pflege und nach einem Herzinfarkt, wie die Barmer mitteilte. Dennoch sei mehr als die Hälfte der bei der Barmer Versicherten aus diesen Gruppen 2023 nicht geimpft worden.

"Gerade bei den vulnerablen Gruppen ist eine Influenzaimpfung wichtig", erklärte der Barmer-Vorstandsvorsitzende Christoph Straub. "Studien belegen, dass Herzpatienten nach einer Impfung unter anderem deutlich bessere Überlebenschancen haben."

Die niedrigste Impfquote gegen Grippe bei Menschen ab 60 Jahren hat der Auswertung zufolge Baden-Württemberg mit 29,7 Prozent. Am höchsten war die Quote in Sachsen-Anhalt mit 55,2 Prozent.

Fast alle Impfungen fanden demnach in ärztlichen Praxen statt, nur ein halbes Prozent in einer Apotheke. Seit 2022 können Apotheken auch gegen Influenza impfen. Der Arzneimittelreport beruht den Angaben zufolge auf anonymisierten Abrechnungsdaten der Barmer aus den Jahren 2017 bis 2023.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippeschutzimpfung in erster Linie Menschen im Alter von über 60 Jahren, chronisch Kranken mit Grundleiden wie Diabetes, Asthma oder Herzkreislauferkrankungen, Bewohnern von Alters- und Pflegeheimen, medizinischem Personal und Pflegekräften sowie Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel.

Angeraten wird die Grippeimpfung neuerdings auch Menschen, die privat oder beruflich häufigen und direkten Kontakt zum Beispiel zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln und Robben haben. Hintergrund ist die Ausbreitung der Vogelgrippe mit der möglichen Entstehung neuartiger Viren. Die ausdrückliche Empfehlung für Risikopatienten bedeutet aber nicht, dass allen anderen Menschen von einer Impfung abgeraten wird.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Anhaltende Wärme macht Deutschland zu schaffen - Zahl der Hitzetoten weiter gestiegen

Die anhaltende Hitze macht Mensch und Natur in Deutschland weiter zu schaffen. Während das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag eine erneute Zunahme der Hitzetoten meldete, kämpfte die Feuerwehr vielerorts weiterhin gegen Wald- und Flächenbrände. Der Deutsche Tierschutzbund schlug Alarm und warnte vor Gefahren für Wildtiere durch ausgetrocknete Wasserstellen. Linderung ist zunächst nicht in Sicht: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) werden weiter teils ungewöhnlich hohe Temperaturen erwartet.

Mangel an Pflegeplätzen: Verband fordert "pflegepolitische Wende"

Angesichts drastisch gestiegener Eigenanteile und fehlender Pflegeplätze sieht der Arbeitgeberverband Pflege dringenden Handlungsbedarf. "Wir brauchen eine pflegepolitische Wende, sonst wird die Pflegekrise zur Gesellschaftskrise", erklärte Verbandspräsident Thomas Greiner am Donnerstag. "Pflege muss wieder günstiger werden, die Eigenanteile müssen runter und wir brauchen Pflegeplätze, Pflegeplätze, Pflegeplätze."

Barmer-Umfrage: Fast jeder Fünfte verschweigt etwas beim Arzt

Viele Menschen in Deutschland trauen sich einer Umfrage zufolge oft nicht, offen mit ihrem Arzt zu sprechen. 18 Prozent der befragten Erwachsenen gaben an, beim Arztbesuch schon einmal Probleme aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen verschwiegen zu haben, wie aus einer Umfrage der Krankenkasse Barmer laut Mitteilung vom Mittwoch hervorging. Demnach sind besonders Frauen und jüngere Menschen betroffen.

Bereits mehr als 2000 Tote durch Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo

Die offizielle Zahl der Todesopfer durch die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ist auf mehr als 2000 gestiegen. Von den 4381 bestätigten Infektionsfällen seien 2011 tödlich ausgegangen, teilten die kongolesischen Behörden am Dienstag mit. Damit nähert sich die Opferzahl derjenigen des bislang schwersten Ebola-Ausbruchs im Land, bei dem in den Jahren 2018 bis 2020 fast 2300 Infizierte gestorben waren.

Textgröße ändern: