Deutsche Tageszeitung - DAK warnt vor "Pflegekollaps": Rekordwert bei Sozialhilfequote in Heimen

DAK warnt vor "Pflegekollaps": Rekordwert bei Sozialhilfequote in Heimen


DAK warnt vor "Pflegekollaps": Rekordwert bei Sozialhilfequote in Heimen
DAK warnt vor "Pflegekollaps": Rekordwert bei Sozialhilfequote in Heimen / Foto: © AFP

Durch die massiv gestiegenen Eigenanteile in stationären Pflegeeinrichtungen sind immer mehr Bewohnerinnen und Bewohner auf unterstützende Sozialhilfeleistungen angewiesen. Die Sozialhilfequote in Pflegeheimen erreiche im laufenden Jahr einen neuen Höchstwert von 37 Prozent, teilte die DAK Gesundheit am Donnerstag mit. DAK-Vorstandschef Andreas Storm warnte vor einem "Pflegekollaps" und forderte von der Bundesregierung kurzfristig eine umfassende Pflegereform.

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Ohne Reformen könnten die Belastungen der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2035 ungebremst auf knapp 43 Prozent ansteigen, teilte die DAK Gesundheit weiter mit. Das zeigten Berechnungen des Bremer Gesundheitsökonomen Heinz Rothgang im Auftrag der Krankenkasse. Demnach könnte sich die Zahl der Sozialhilfeempfänger in den nächsten neun Jahren um 15 Prozent auf 356.000 Betroffene erhöhen.

Die stationäre Pflege werde "für immer mehr Menschen zur konkreten Armutsfalle", erklärte DAK-Vorstandschef Storm. "Mit einer Sozialhilfequote von aktuell 37 Prozent sind wir am Limit. Einen weiteren Anstieg dürfen wir nicht zulassen." Das Vertrauen in die soziale Pflegeversicherung schwinde und es drohe ein "Pflegekollaps".

Die Begrenzung der Eigenanteile in den Heimen müsse Teil einer großen Pflegereform werden, forderte der DAK-Vorstandschef. "Wir brauchen einen neuen Finanzierungsmix." Das Ziel müsse eine faire Lastenverteilung zwischen Beitragszahlenden, Pflegebedürftigen und Steuerzahlenden sein.

In der DAK-Studie werden Vorschläge zur Begrenzung der Eigenanteile in Pflegeheimen als wirksames Instrument gegen Altersarmut und eine steigende Zahl von Sozialhilfeempfängern bewertet. Im Vergleich der aktuell diskutierten Maßnahmen seien "nur die Deckelvarianten in der Lage, die Zielsetzung einer Begrenzung der Eigenanteile und der Sozialhilfequote zu realisieren", heißt es in dem Bericht.

Allerdings führten die Deckelvarianten im Vergleich zu den Basisszenarien zu deutlich höheren Ausgaben in der sozialen Pflegeversicherung. Solle dies nicht zu Beitragssteigerungen führen, müssten der sozialen Pflegeversicherung weitere Steuermittel zugeführt werden.

Kritisch bewertet die Sonderanalyse auch aktuelle Vorschläge zur regelhaften Dynamisierung. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte kürzlich vorgeschlagen, dass Pflegeleistungen jährlich im Gleichklang mit der Inflationsrate steigen sollten. Die Dynamisierungsszenarien seien "allesamt ungeeignet" zur Begrenzung der Sozialhilfequote, heißt es in dem Bericht.

(V.Varonivska--DTZ)

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