Deutsche Tageszeitung - "Rufschädigung": Aids-Stiftung verklagt britischen Prinzen Harry

"Rufschädigung": Aids-Stiftung verklagt britischen Prinzen Harry


"Rufschädigung": Aids-Stiftung verklagt britischen Prinzen Harry
"Rufschädigung": Aids-Stiftung verklagt britischen Prinzen Harry / Foto: © AFP/Archiv

Die von Prinz Harry mitgegründete Stiftung Sentebale für HIV-Infizierte in Afrika hat den jüngeren Sohn des britischen Königs Charles III. wegen "Rufschädigung" verklagt. Die Organisation erklärte am Freitag, sie fordere unter anderem eine Entschädigung, nachdem eine "koordinierte Medienkampagne" im März 2025 "ihre Tätigkeit behindert und ihren Ruf geschädigt" habe. Als "Architekten" der Kampagne werden Prinz Harry und der britische Politikberater Mark Dyer genannt, früher ebenfalls ein Verantwortlicher von Sentebale.

Textgröße ändern:

Prinz Harry und Dyer wiesen die "beleidigenden und schädlichen" Vorwürfe "kategorisch" zurück. "Es ist unglaublich, dass wohltätige Stiftungen jetzt benutzt werden, um juristisch gegen eben jene Menschen vorzugehen, die die Organisation über fast zwei Jahrzehnte aufgebaut und unterstützt haben", erklärte ein Sprecher.

Im vergangenen Jahr hatte sich Harry nach einem öffentlich ausgetragenen Streit mit der Sentebale-Vorsitzenden Sophie Chandauka aus der Stiftung zurückgezogen. Chandauka erhob daraufhin Mobbingvorwürfe gegen Harry. Eine staatliche britische Aufsichtsbehörde sah keine Hinweise auf "weitverbreitetes oder systemisches Mobbing", unter anderem gegen Frauen und insbesondere schwarze Frauen, sprach aber von "Missmanagement" bei der Organisation. Die Behörde kritisierte auch, dass der Streit "öffentlich" ausgetragen worden sei.

Prinz Harry hatte die Stiftung Sentebale 2006 zusammen mit Prinz Seeiso von Lesotho ins Leben gerufen, um jungen HIV-Infizierten in Lesotho und später auch Botswana zu helfen. Der Name der Organisation wurde zu Ehren von Harrys 1997 verstorbener Mutter, Prinzessin Diana, ausgewählt: Sentebale bedeutet in der Sprache Sesotho "Vergiss mich nicht". Auch Prinz Seeiso hat der Stiftung inzwischen den Rücken zugewandt.

Prinz Harry und seine Ehefrau Meghan hatten sich 2020 von ihren royalen Pflichten zurückgezogen. Das Paar lebt mit seinen Kindern in Meghans Heimat Kalifornien.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Koalition debattiert weiter über Pflegereform - Kosten steigen derweil weiter

Die Koalition debattiert weiter über Details einer Strukturreform der Pflegeversicherung - die Kosten steigen derweil weiter. Die Durchschnittslöhne in der Pflege legten in diesem Jahr abermals zu: um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf nun 24,50 Euro pro Stunde. Dies geht aus Berechnungen des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Der Verband mahnte eine rasche Umsetzung von Reformen an, um einen weiteren Anstieg der von den Versicherten zu zahlenden Eigenanteile zu bremsen.

Eineinhalb Millionen Betroffene: Leopoldina fordert bessere Therapien bei Long-Covid

Auch mehrere Jahre nach dem Ende der Coronapandemie gibt es Experten zufolge erhebliche Versorgungslücken bei der Behandlung von Spätfolgen wie Long-Covid. Betroffene würden nach wie vor falsch diagnostiziert und fänden keine ausreichenden Therapiemöglichkeiten bei Ärzten und in Hochschulambulanzen, erklärte die Wissenschaftsakademie Leopoldina in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungsnahme zu postinfektiösen Erkrankungen.

Linnemann weist Pflege-Forderungen der SPD zurück: Kostendeckel wäre "gefährlich"

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat die Forderung des Koalitionspartners SPD nach einer Deckelung der Eigenanteile bei der Pflege kategorisch zurückgewiesen. "Ein Deckel ist ja hochgradig gefährlich", sagte Linnemann am Mittwochabend im "heute journal" des ZDF. "Das muss man einfach so sagen." Ein solcher Deckel würde dazu führen, "dass die Kosten weiter ausarten", warnte der Minister.

Bundeskabinett beschließt Pflegereform - aber weiter Kritik

Bis zuletzt hatten Union und SPD um die Pflegereform gerungen, nun wurde sie im Bundeskabinett verabschiedet. Sie blieb dabei größtenteils so, wie sie Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) geplant hatte. Dieser sprach am Mittwoch von einem "ersten wichtigen Schritt" zur Stabilisierung des Pflegesystems. Die Hauptforderungen der SPD blieben hingegen unberücksichtigt - um sie soll sich eine neue Kommission kümmern.

Textgröße ändern: