Deutsche Tageszeitung - Unfallfolgen: Jährlich zwei Millionen Kinder in Deutschland in ärztlicher Behandlung

Unfallfolgen: Jährlich zwei Millionen Kinder in Deutschland in ärztlicher Behandlung


Unfallfolgen: Jährlich zwei Millionen Kinder in Deutschland in ärztlicher Behandlung
Unfallfolgen: Jährlich zwei Millionen Kinder in Deutschland in ärztlicher Behandlung / Foto: © AFP/Archiv

Rund zwei Millionen Kinder werden nach Angaben der Versicherer in Deutschland jedes Jahr nach Unfällen ärztlich versorgt. Die meisten Vorfälle ereigneten sich dabei zu Hause, berichteten der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder am Montag in Berlin anlässlich des sogenannten Kindersicherheitstags am Mittwoch. Erst danach folgten Verletzungen durch Unfälle beispielsweise auf Spielplätzen oder im Straßenverkehr.

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Die Gefahren im Haushalt würden von vielen Eltern unterschätzt, mahnte der Verband mit Blick auf die Ergebnisse einer von ihm in Auftrag gegebenen Umfrage. Viele Eltern nähmen Risiken in den eigenen vier Wänden zwar wahr, setzten Schutzmaßnahmen aber nicht konsequent um. Fast die Hälfte schätzt das Verbrennungsrisiko am Herd demnach als mittel bis hoch ein, doch nur 29 Prozent haben einen Herdschutz.

60 Prozent sähen Sturzrisiken durch Treppen oder kippende Möbel, aber nur 33 Prozent hätten große Möbel gesichert. "Viele Eltern sind nicht sorglos, aber zwischen Risikobewusstsein und konkretem Handeln klafft eine Lücke", erklärte die stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach. Befragt wurden bundesweit mehr als tausend Eltern.

Die Umfrage ergab demnach weitere bedenkliche Lücken. Als alarmierend bezeichneten Versicherer und Bundesarbeitsgemeinschaft etwa, dass rund 20 Prozent der Kinder im relevanten Alter nach Angaben ihrer Eltern nicht sicher schwimmen könnten. Ferner hätten nur 37 Prozent der Eltern mit ihren Kindern bereits konkrete Verhaltensweisen bei Notfällen besprochen, nur 29 Prozent hätten das Absetzen eines Notrufs geübt.

Für Eltern entwickelten beide Verbände demnach einen über das Internet zugänglichen Kinderunfallcheck. Er ist unter www.kinderunfall-check.de kostenlos zu erreichen und besteht aus zwölf Fragen. Der Check soll zeigen, wo Sicherheitslücken bestehen, und Anstöße für konkrete Verbesserungen geben.

(V.Korablyov--DTZ)

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