Deutsche Tageszeitung - Demenzfälle könnten in Deutschland bis 2060 auf über zwei Millionen steigen

Demenzfälle könnten in Deutschland bis 2060 auf über zwei Millionen steigen


Demenzfälle könnten in Deutschland bis 2060 auf über zwei Millionen steigen
Demenzfälle könnten in Deutschland bis 2060 auf über zwei Millionen steigen / Foto: © AFP/Archiv

Die Zahl der Demenzfälle in Deutschland könnte Experten zufolge bei steigender Lebenserwartung auf bis zu 2,1 Millionen im Jahr 2060 steigen. Wie aus am Montag in Berlin veröffentlichten Prognosen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervorgeht, sind ländliche Regionen im Osten mit einer älter werdenden Bevölkerung besonders betroffen.

Textgröße ändern:

Dieser Anstieg könne allerdings durch Präventionsmaßnahmen abgemildert werden. Unter anderem eine bessere Vorbeugung von Bluthochdruck und Diabetes oder ein höheres Bildungsniveau könnten dazu beitragen, dass etwa die Hälfte der Demenzneuerkrankungen vermieden werden könne. In diesem Fall könnte die Zahl der Demenzfälle laut WIdO im Jahr 2060 deutlich niedriger liegen und sich zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Fällen stabilisieren. Das Institut geht aktuell von rund 1,3 Millionen Demenzkranken aus, andere Schätzungen liegen bereits deutlich höher.

In Kooperation mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln wurden Ergebnisse bis auf Ebene der 400 Kreise und kreisfreien Städte analysiert. Im Jahr 2020 reichte die Spanne von 1,0 Prozent Demenzerkrankten in Tübingen bis 2,6 Prozent in der brandenburgischen Prignitz. Für das Jahr 2060 wird eine Spanne von 1,7 Prozent Demenzkranken in München bis zu 6,2 Prozent im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg vorausgesagt.

Die Alterung der Bevölkerung und der Rückgang der Menschen im erwerbsfähigen Alter hat der Studie zufolge auch Auswirkungen auf die Versorgung der Demenzkranken. Im Jahr 2060 werden demnach auf einen Demenzfall nur noch 21 Personen im erwerbsfähigen Alter kommen. Es werden also deutlich mehr Demenzfälle von weniger Menschen zu versorgen sein. Im Jahr 2020 standen rechnerisch einem Demenzfall 38 Menschen im erwerbsfähigen Alter gegenüber.

Auch andere Schätzungen gehen von einer ähnlichen Entwicklung der Demenzerkrankungen aus. Der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zufolge leben in Deutschland derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung, die meisten davon mit Alzheimer. Bis zum Jahr 2050 könnte die Zahl der Organisation zufolge auf bis zu 2,7 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt.

Bislang wurden 14 Risikofaktoren für Demenzerkrankungen bekannt, darunter eingeschränkte Hörfähigkeit, Tabak- und Alkoholkonsum, Sehbehinderungen, zu hohe Cholesterinwerte, Übergewicht, Depressionen, Kopfverletzungen und soziale Isolation.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Anhaltende Wärme macht Deutschland zu schaffen - Zahl der Hitzetoten weiter gestiegen

Die anhaltende Hitze macht Mensch und Natur in Deutschland weiter zu schaffen. Während das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag eine erneute Zunahme der Hitzetoten meldete, kämpfte die Feuerwehr vielerorts weiterhin gegen Wald- und Flächenbrände. Der Deutsche Tierschutzbund schlug Alarm und warnte vor Gefahren für Wildtiere durch ausgetrocknete Wasserstellen. Linderung ist zunächst nicht in Sicht: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) werden weiter teils ungewöhnlich hohe Temperaturen erwartet.

Mangel an Pflegeplätzen: Verband fordert "pflegepolitische Wende"

Angesichts drastisch gestiegener Eigenanteile und fehlender Pflegeplätze sieht der Arbeitgeberverband Pflege dringenden Handlungsbedarf. "Wir brauchen eine pflegepolitische Wende, sonst wird die Pflegekrise zur Gesellschaftskrise", erklärte Verbandspräsident Thomas Greiner am Donnerstag. "Pflege muss wieder günstiger werden, die Eigenanteile müssen runter und wir brauchen Pflegeplätze, Pflegeplätze, Pflegeplätze."

Barmer-Umfrage: Fast jeder Fünfte verschweigt etwas beim Arzt

Viele Menschen in Deutschland trauen sich einer Umfrage zufolge oft nicht, offen mit ihrem Arzt zu sprechen. 18 Prozent der befragten Erwachsenen gaben an, beim Arztbesuch schon einmal Probleme aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen verschwiegen zu haben, wie aus einer Umfrage der Krankenkasse Barmer laut Mitteilung vom Mittwoch hervorging. Demnach sind besonders Frauen und jüngere Menschen betroffen.

Bereits mehr als 2000 Tote durch Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo

Die offizielle Zahl der Todesopfer durch die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ist auf mehr als 2000 gestiegen. Von den 4381 bestätigten Infektionsfällen seien 2011 tödlich ausgegangen, teilten die kongolesischen Behörden am Dienstag mit. Damit nähert sich die Opferzahl derjenigen des bislang schwersten Ebola-Ausbruchs im Land, bei dem in den Jahren 2018 bis 2020 fast 2300 Infizierte gestorben waren.

Textgröße ändern: