Deutsche Tageszeitung - Leipziger Buchmesse setzt Schwerpunkt auf Demokratie

Leipziger Buchmesse setzt Schwerpunkt auf Demokratie


Leipziger Buchmesse setzt Schwerpunkt auf Demokratie
Leipziger Buchmesse setzt Schwerpunkt auf Demokratie / Foto: © AFP/Archiv

Die Leipziger Buchmesse, die am Donnerstag für das Publikum öffnet, setzt in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf Demokratie, Erinnerungskultur und gesellschaftliche Resilienz. Im "Forum Offene Gesellschaft" finden Podiumsdiskussionen zu Demokratie und Rechtsruck, Krisen und Kriege sowie Meinungsfreiheit statt, wie die Buchmesse am Mittwoch vor einem abendlichen Festakt zu Eröffnung mitteilte. An dem Programm sind mehrere Bündnisse beteiligt.

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"Die Buchmesse ist ein Ort, der über die Kraft der Worte und der Literatur Menschen unterschiedlicher Hintergründe verbindet und ins Gespräch bringt", erklärte die Direktorin der Leipziger Buchmesse, Astrid Böhmisch. Sie stehe für Austausch und Begegnungen.

Ein weiteres Forum beschäftigt sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz. Mit einer neuen Audiowelt soll der wachsenden Beliebtheit von Hörbüchern und Podcasts Rechnung getragen werden.

In diesem Jahr werden 2040 Aussteller aus 45 Ländern erwartet. Die Ausstellungsfläche wuchs. "Der große Zuspruch für die Leipziger Buchmesse zeigt, welch hohen Stellenwert sie für die Verlage hat", erklärte der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Martin Buhl-Wagner.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels appellierte anlässlich des Beginns der Buchmesse an die Politik, die Kultur mehr zu fördern. "Die Förderung von Kultur ist keine Subvention, sondern eine Investition in die Zukunft", erklärte Peter Kraus vom Cleff, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. Er forderte rechtliche Leitplanken für Künstliche Intelligenz.

"Die Leipziger Buchmesse ist ein bedeutendes kulturelles und touristisches Ereignis für Leipzig und ganz Sachsen", erklärte die sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) am Mittwoch. Sie schaffe Räume, in denen Dialog, Debatte und Diskussionskultur aktiv gelebt würden.

Die Buchmesse sollte am Abend mit einem Festakt im Leipziger Gewandhaus offiziell eröffnet werden. Dabei sollte auch der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung verliehen werden - in diesem Jahr an den belarussischen Schriftsteller Alhierd Bacharevic für seinen Roman "Europas Hunde".

Die Jury würdigte das Werk als "wilde Mischung aus Politthriller, Epos, Abenteuergeschichte, Satire und Märchen". Der mit 20.000 Euro dotierte Buchpreis zur Europäischen Verständigung wird seit 1994 vergeben.

Für Besucher und Fachpublikum öffnet die Messe, die mit rund 300.000 Gästen der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche ist, am Donnerstag die Türen. An diesem Tag wird auch der Preis der Leipziger Buchmesse in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung verliehen. Das Motto der Messe dieses Jahr lautet "Worte bewegen Welten".

Weitere Preisverleihungen finden mit dem deutsch-französischen Franz-Hessel-Preis für zeitgenössische Literatur und dem Seraph für den besten deutschsprachigen Roman im Fantastik-Genre am Freitag statt. Bis Sonntag bieten die Buchmesse sowie die parallel dazu laufende Manga-Comic-Con und das traditionelle Lesefest Leipzig liest tausende Veranstaltungen.

Gastland in diesem Jahr ist Norwegen. Der Auftritt steht unter dem Motto "Traum im Frühling". Fast 50 norwegische Autorinnen und Autoren werden in Leipzig auftreten. Zu den prominentesten gehören Karl Ove Knausgard und Maja Lunde. Kronprinzessin Mette Marit sagte ihren geplanten Messebesuch wegen einer chronischen Lungenerkrankung zuletzt ab.

(L.Møller--DTZ)

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