Deutsche Tageszeitung - Kulturpass wird eingestellt - Schüler: "Werden im Stich gelassen"

Kulturpass wird eingestellt - Schüler: "Werden im Stich gelassen"


Kulturpass wird eingestellt - Schüler: "Werden im Stich gelassen"
Kulturpass wird eingestellt - Schüler: "Werden im Stich gelassen" / Foto: © AFP/Archiv

Die Bundesregierung stellt den noch von der Ampel-Koalition geschaffenen Kulturpass für junge Menschen ein - und wird dafür von Schülerinnen und Schülern scharf kritisiert. Der Kulturpass ende zum Jahresende 2025, heißt es auf der Webseite des Angebots. "Das bedeutet: Es werden keine weiteren Jahrgänge folgen." Die Bundesschülerkonferenz zeigte sich am Dienstag verärgert: "Wieder werden wir im Stich gelassen", erklärte Generalsekretär Quentin Gärtner.

Textgröße ändern:

"Da darf sich die Politik nicht wundern, wenn wir zu Kulturbanausen werden", kritisierte Gärtner weiter. "Für alle Generationen scheint Geld da zu sein. Für uns nicht."

Es gebe jetzt schon viel zu wenig bezahlbare Kulturangebote für junge Menschen, erklärte die Bundesschülerkonferenz. Mit der Abschaffung des Kulturpasses werde Jugendlichen nun wichtige außerschulische Bildung weggenommen. Sie sei "ein Schlag ins Gesicht" von Schülerinnen und Schülern und sende "ein absolut falsches Signal".

Der Kulturpass war 2023 auf Initiative der damaligen Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) geschaffen worden. Über ihn erhielten junge Menschen zu ihrem 18. Geburtstag zunächst ein Guthaben von 200 Euro für Kulturangebote. Sie mussten sich dazu auf einer Handy-App registrieren und konnten dann Museen, Konzerte, Theatervorstellungen besuchen oder Bücher kaufen.

2024 wurde das Budget aufgrund der angespannten Haushaltslage bereits halbiert: Statt 200 erhielten die 18-Jährigen noch 100 Euro. Nun endet das Angebot. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hatte dies im August bereits angekündigt und auf eine Einschätzung des Bundesrechnungshofs verwiesen, wonach der Kulturpass verfassungsrechtlich nicht gedeckt sei. Demnach besteht hier keine verfassungsrechtliche Finanzierungskompetenz des Bundes.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Erstes ESC-Halbfinale mit Favorit Finnland sorgt für gute Einschaltquoten

Nicht nur für Topfavorit Finnland ist das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest (ESC) in Wien ein Erfolg - auch der übertragende Spartensender One kann am Mittwoch jubeln. Trotz des Streits um die Teilnahme Israels verfolgten in Deutschland deutlich mehr Menschen als im vergangenen Jahr die Show am Dienstagabend im Fernsehen. Neben Finnland sicherten sich auch die ebenfalls hoch gehandelten Beiträge aus Griechenland und Israel einen Platz für das Finale am Samstag.

Cannes-Festival beginnt mit Ehrenpalme für "Herr der Ringe"-Regisseur Jackson

Mit einem ersten Schaulaufen auf dem roten Teppich für die Eröffnungsgala hat am Dienstag das internationale Filmfestival von Cannes begonnen. Die chinesische Schauspielerin Gong Li und US-Schauspielerin Jane Fonda erklärten das elftägige Festival für eröffnet. Die diesjährige Ausgabe ist von zahlreichen internationalen Stars sowie einer starken deutschen Präsenz geprägt.

SPD-Politiker: Zugang zu Integrationskursen wird wieder etwas erleichtert

Zwischen Fachpolitikern der SPD-Fraktion und dem Bundesinnenministerium gibt es laut SPD eine zumindest teilweise Verständigung über den Zugang von Migrantinnen und Migranten zu Integrationskursen. "Ich bin froh, dass wir uns auf eine Kompromisslösung verständigt haben und der generelle Zulassungsstopp in dieser Form vom Tisch ist", erklärte der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler am Dienstag in Berlin. Das Bundesinnenministerium äußerte sich dazu zunächst nicht.

ESC-Finale: Musiker wavvyboi verkündet Punkte von deutscher Jury

Der nicht-binäre Künstler wavvyboi soll die Punkte der deutschen Jury beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) verkünden. "Ich freue mich einfach riesig", zitierte der verantwortliche Südwestrundfunk den 28-Jährigen am Dienstag. Der Liechtensteiner hatte beim deutschen Vorentscheid im Februar knapp gegen die Starterin Sarah Engels verloren.

Textgröße ändern: