Deutsche Tageszeitung - Französisch-italienische Film-Ikone Claudia Cardinale im Alter von 87 Jahren gestorben

Französisch-italienische Film-Ikone Claudia Cardinale im Alter von 87 Jahren gestorben


Französisch-italienische Film-Ikone Claudia Cardinale im Alter von 87 Jahren gestorben
Französisch-italienische Film-Ikone Claudia Cardinale im Alter von 87 Jahren gestorben / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Sie war eine Leinwandgöttin und auch als starke, engagierte Frau ein Vorbild: Die italienisch-französische Schauspielerin Claudia ist im Alter von 87 Jahren gestorben, wie ihr Agent Laurent Savry der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Die in Tunis geborene Künstlerin spielte in mehr als 150 internationalen Filmen, arbeitete mit berühmten Regisseuren wie Luchino Visconti und Federico Fellini zusammen und galt als Kino-Ikone der 60er Jahre.

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Cardinale starb am Dienstag umgeben von ihren beiden Kindern in Nemours, südlich von Paris, wie ihr Agent AFP sagte. "Sie hinterlässt uns das Vermächtnis einer freien und inspirierten Frau - als Frau wie auch als Künstlerin", schrieb Savry. Datum und Ort der Beisetzung stünden noch nicht fest.

Italiens Kulturminister Alessandro Giuli bezeichnete Cardinale als "eine der größten italienischen Schauspielerinnen aller Zeiten". Für den französischen Präsidenten Emmanuel Macron verkörperte sie nach eigener Aussage "eine Freiheit, einen Blick und ein Talent, das so viel zu den Werken der Größten beitrug, von Rom über Hollywood bis Paris, das sie zur Heimat auserkor".

Claudia Cardinale wurde am 15. April 1938 in La Goulette bei Tunis als Tochter einer Französin mit sizilianischen Wurzeln und eines Sizilianers geboren. Mit 17 Jahren wurde sie bei einem Schönheitswettbewerb, für den sie gar nicht angemeldet war, zur "schönsten Italienerin von Tunis" gewählt und gewann eine Reise zum Filmfest in Venedig. Dort zog sie die Aufmerksamkeit gleich mehrerer Regisseure auf sich.

Die bekanntesten Filmemacher Italiens rissen sich bald um "Die Cardinale". Visconti drehte mit ihr Anfang der 60er Jahre "Rocco und seine Brüder" und "Der Leopard". Auch mit ihrem Auftritt in Sergio Leones Western-Klassiker "Spiel mir das Lied vom Tod" von 1969 ging Cardinale in die Filmgeschichte ein. Das Publikum in den USA begeisterte die Italienerin mit Filmen wie "Der rosarote Panther" und "Circus-Welt".

Cardinale wurde oft mit der französischen Schauspielerin Brigitte Bardot verglichen. Die dunkelhaarige CC und die blonde BB, wie die beiden in Medien genannt wurden, spielten 1971 gemeinsam in dem Film "Die Petroleum-Miezen".

Insgesamt spielte die Schauspielerin mit der rauchigen Stimme in mehr als 150 Filmen mit. Für ihr Lebenswerk wurde Cardinale 1993 in Venedig mit dem Goldenen Löwen und 2002 in Berlin mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

Ihr Privatleben war von einem frühen Drama geprägt, sie war mit 19 vergewaltigt worden und brachte einen Sohn zur Welt, den sie lange verheimlichte. Aus ihrer langen Beziehung zum italienischen Filmemacher Pasquale Squitieri stammt ihre Tochter Claudia.

Mit ihrer Tochter zusammen hatte Cardinale in Nemours eine Stiftung zur Unterstützung junger Künstler gegründet. Außerdem engagierte sie sich unter anderem für die Rechte von Schwulen und den Kampf gegen Aids und war als Unesco-Botschafterin für Frauenrechte aktiv.

(O.Tatarinov--DTZ)

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