Deutsche Tageszeitung - Nach Louvre-Einbruch: Debatte über Sicherheit von Museen entbrannt

Nach Louvre-Einbruch: Debatte über Sicherheit von Museen entbrannt


Nach Louvre-Einbruch: Debatte über Sicherheit von Museen entbrannt
Nach Louvre-Einbruch: Debatte über Sicherheit von Museen entbrannt / Foto: © AFP/Archiv

Einen Tag nach dem spektakulären Kronjuwelen-Diebstahl im Pariser Louvre ist eine Debatte über die Sicherheit von Museen entbrannt. Der französische Rechnungshof kritisierte erst kürzlich den mangelhaften Schutz der im Louvre ausgestellten Werke, wie aus einem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Bericht hervorgeht. Unterdessen fahndete die Polizei weiter nach den vier Verdächtigen. Sie hatten die Schmuckstücke von unschätzbarem Wert am Sonntag mit Hilfe eines Lastenlifts und eines Trennschleifers entwendet.

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Am Montag blieb der Louvre weiter "wegen außergewöhnlicher Umstände" geschlossen, wie es auf einem Plakat hieß. "Ich wollte schon seit Jahren kommen, es gibt so viele Werke, die ich gerne sehen möchte", sagte die 31 Jahre alte Italienerin Elisa Valentino, die wie viele andere von der Schließung enttäuscht war. Eine Touristin aus Moldau zeigte dagegen Verständnis: "Das Schlimmste ist, dass die Sicherheit so schlecht ist", sagte die 17 Jahre alte Andreea Dumitras.

Der französische Justizminister Gerald Darmanin sorgt sich ebenfalls um das Image seines Landes. Der nur sieben Minuten dauernde Einbruch am Sonntagmorgen, bei dem die Täter auf Motorrollern entkamen, vermittele "ein sehr negatives Bild von Frankreich", sagte er. "Da haben wir versagt."

Kulturministerin Rachida Dati räumte ein, dass der Schutz der Museen lange vernachlässigt worden sei. "Hier haben wir es mit organisierter Kriminalität zu tun, deswegen müssen wir jetzt die nötigen Mittel bereitstellen", sagte sie dem Sender Europe 1.

Der Rechnungshof hatte in dem AFP vorliegenden und bisher unveröffentlichten Bericht zahlreiche Sicherheitslücken im Louvre angeprangert. So seien in einem der Gebäudeflügel drei Viertel der Säle nicht mit Überwachungskameras ausgestattet. Die 2010 eingeleiteten Arbeiten zur Verbesserung des Brandschutzes seien noch immer nicht abgeschlossen.

Zu dem Diebesgut gehören unter anderem ein Diadem der Kaiserin Eugénie mit fast 2000 Diamanten sowie eine Halskette mit acht Saphiren und 631 Diamanten, die den Königinnen Marie-Amélie und Hortense gehörte. Ferner wurde eine Kette mit 32 Smaragden und 1138 Diamanten gestohlen, die Marie-Louise, der zweiten Ehefrau von Napoleon Bonaparte gehörte. Ursprünglich hatten die Diebe auch die Krone von Kaiserin Eugénie, der Ehefrau von Napoleon III., gestohlen. Diese verloren sie jedoch auf der Flucht.

Experten gehen davon aus, dass die Beutestücke so gut wie unverkäuflich sind. Möglicherweise sind die Auftraggeber des Diebstahls an den Diamanten und dem Gold interessiert, das sich einschmelzen lässt und auf dem Weltmarkt derzeit hohe Preise erzielt.

Der Überfall ereignete sich am Sonntag gegen 9.30 Uhr. Die Täter parkten einen Lastwagen mit einem Lastenlift, wie er für Umzüge genutzt wird, an der südöstlichen Ecke des Gebäudes zum Ufer der Seine hin. Über den Lift erreichten sie die erste Etage, wo sich die weltberühmte Apollon-Galerie befindet. Die Vitrinen öffneten sie mit Trennschleifern. Auf der Flucht ließen sie eine gelbe Sicherheitsweste un ihre Werkzeuge zurück. Auf Überwachungskameras fanden sich Bilder der Gesichtsmasken tragenden Täter.

Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt wegen organisierten Bandendiebstahls und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Nach Angaben des Kulturministeriums wurden bei dem Einbruch die Alarmanlagen ausgelöst. Die fünf anwesenden Wärter hätten sofort reagiert und die Sicherheitskräfte alarmiert.

Der Louvre mit seiner markanten Glaspyramide zählt zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt und war mit fast neun Millionen Menschen 2024 das meistbesuchte Museum der Welt. In ihm ist unter anderem die "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci ausgestellt. Diese war 1911 aus dem Museum gestohlen worden. Das Gemälde wurde Monate später wiedergefunden und befindet sich heute hinter diebstahlsicherem Glas.

Präsident Emmanuel Macron hatte im Februar umfangreiche Renovierungsarbeiten angekündigt. Unter anderem soll ein neuer monumentaler Eingang und ein eigener Ausstellungsraum für die "Mona Lisa" gebaut werden, der auch unabhängig vom Rest des Museums zugänglich sein soll.

(V.Sørensen--DTZ)

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