Deutsche Tageszeitung - Berlin: Teils hohe Haftstrafen wegen Betrugs mit gefälschten Kunstfotografien

Berlin: Teils hohe Haftstrafen wegen Betrugs mit gefälschten Kunstfotografien


Berlin: Teils hohe Haftstrafen wegen Betrugs mit gefälschten Kunstfotografien
Berlin: Teils hohe Haftstrafen wegen Betrugs mit gefälschten Kunstfotografien / Foto: © AFP/Archiv

Wegen eines Millionenbetrugs mit gefälschten Kunstfotografien sind vier Männer in Berlin zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Zudem ordnete das Landgericht die Einziehung von knapp eineinhalb Millionen Euro bei zwei der Angeklagten an, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag mitteilte. Einer der Angeklagten ist im Zusammenhang mit einem gefälschten Diplomatenpass für den ehemaligen Tennisstar Boris Becker bekannt.

Textgröße ändern:

Der heute 67-Jährige hatte Becker den Pass für die Zentralafrikanische Republik 2018 beschafft. Mit der damit verbundenen Immunität wollte der einstige Sportler einem Prozess wegen Insolvenzverschleppung in London entgehen.

In dem am Montag in Berlin zu Ende gegangenen Prozess ging es um Taten aus dem Jahr 2020. Das Landgericht sah es der Sprecherin zufolge als erwiesen an, dass der 67-Jährige und ein heute 75-Jähriger in Köln ein Konvolut von 34 vermeintlich wertvollen Werken international bekannter Fotografen an eine Investment AG verkauft hatten. Die angeblichen Fotografien von Richard Prince, Helmut Newton oder Cindy Sherman waren aber nur wertlose Digitaldrucke - Künstlersignaturen, Stempel und Provenienzangaben waren gefälscht. Die Investment AG bezahlte dafür eineinhalb Millionen Euro.

Der 67-Jährige soll zudem in zwei ähnlich gelagerten Fällen 2021 in Berlin und Frankfurt zwei weitere gefälschte Fotosammlungen zum Verkauf angeboten haben. Hier kam es jedoch zu keinem Abschluss. Er wurde wegen Urkundenfälschung in drei Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit Betrug und unter Einbeziehung älterer Verurteilungen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verurteilt. Der 75-Jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt.

Ebenfalls angeklagt war ein 51-Jähriger. Er hatte die Bilder zu den Besichtigungsterminen transportiert und wurde wegen Beihilfe zum Betrug und unter Einbeziehung einer älteren Strafe zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Ein 63-Jähriger wurde zudem wegen Geldwäsche zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt. Er hatte sein Konto für einen Teil des Kaufpreises zur Verfügung gestellt und von dort Barzahlungen an die übrigen Angeklagten veranlasst. Das Verfahren gegen eine ursprünglich ebenfalls angeklagte 34-jährige Frau wurde gegen eine Zahlung von 50.000 Euro eingestellt.

Der Prozess hatte bereits am 14. Juni 2023 begonnen. Es wurde 143 Tage lang verhandelt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

Erstes ESC-Halbfinale mit Favorit Finnland sorgt für gute Einschaltquoten

Nicht nur für Topfavorit Finnland ist das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest (ESC) in Wien ein Erfolg - auch der übertragende Spartensender One kann am Mittwoch jubeln. Trotz des Streits um die Teilnahme Israels verfolgten in Deutschland deutlich mehr Menschen als im vergangenen Jahr die Show am Dienstagabend im Fernsehen. Neben Finnland sicherten sich auch die ebenfalls hoch gehandelten Beiträge aus Griechenland und Israel einen Platz für das Finale am Samstag.

Cannes-Festival beginnt mit Ehrenpalme für "Herr der Ringe"-Regisseur Jackson

Mit einem ersten Schaulaufen auf dem roten Teppich für die Eröffnungsgala hat am Dienstag das internationale Filmfestival von Cannes begonnen. Die chinesische Schauspielerin Gong Li und US-Schauspielerin Jane Fonda erklärten das elftägige Festival für eröffnet. Die diesjährige Ausgabe ist von zahlreichen internationalen Stars sowie einer starken deutschen Präsenz geprägt.

SPD-Politiker: Zugang zu Integrationskursen wird wieder etwas erleichtert

Zwischen Fachpolitikern der SPD-Fraktion und dem Bundesinnenministerium gibt es laut SPD eine zumindest teilweise Verständigung über den Zugang von Migrantinnen und Migranten zu Integrationskursen. "Ich bin froh, dass wir uns auf eine Kompromisslösung verständigt haben und der generelle Zulassungsstopp in dieser Form vom Tisch ist", erklärte der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler am Dienstag in Berlin. Das Bundesinnenministerium äußerte sich dazu zunächst nicht.

ESC-Finale: Musiker wavvyboi verkündet Punkte von deutscher Jury

Der nicht-binäre Künstler wavvyboi soll die Punkte der deutschen Jury beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) verkünden. "Ich freue mich einfach riesig", zitierte der verantwortliche Südwestrundfunk den 28-Jährigen am Dienstag. Der Liechtensteiner hatte beim deutschen Vorentscheid im Februar knapp gegen die Starterin Sarah Engels verloren.

Textgröße ändern: