Deutsche Tageszeitung - US-Regisseur Rob Reiner und seine Frau offenbar Opfer von Gewaltverbrechen geworden

US-Regisseur Rob Reiner und seine Frau offenbar Opfer von Gewaltverbrechen geworden


US-Regisseur Rob Reiner und seine Frau offenbar Opfer von Gewaltverbrechen geworden
US-Regisseur Rob Reiner und seine Frau offenbar Opfer von Gewaltverbrechen geworden / Foto: © AFP

Der US-Regisseur Rob Reiner, unter anderem bekannt durch den Filmklassiker "Harry und Sally", sowie seine Frau sind nach Polizeiangaben offenbar Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Die Leichen des Paares seien mit Stichwunden in ihrem Haus in Los Angeles gefunden worden, berichteten US-Medien am Sonntag. Die Nachricht löste große Bestürzung aus, unter anderem der ehemalige US-Präsident Barack Obama und der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom würdigten Reiners Verdienste.

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Die Angehörigen des Paars erklärten gegenüber dem Branchenblatt "Variety", sie seien "erschüttert von dem plötzlichen Verlust". Sie baten darum, ihr Privatleben "in dieser unglaublich schwierigen Zeit" zu respektieren.

Die Polizei von Los Angeles (LAPD) erklärte in Online-Netzwerken, es handele sich offensichtlich um ein Tötungsdelikt. Weitere Details zu den laufenden Ermittlungen wollte sie nicht bekanntgeben.

LAPD-Vizechef Alan Hamilton sagte am Sonntagabend (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz, er werde die Identität der Toten vorerst nicht öffentlich bestätigen. Es gebe Ermittlungen, es sei aber bislang niemand festgenommen oder als Verdächtiger befragt worden. Hamilton wollte auch nicht bestätigen, ob es derzeit überhaupt Befragungen gebe. "Wir werden versuchen, mit jedem Familienmitglied zu sprechen, damit wir die Fakten zu dieser Ermittlung erhalten", sagte er.

Laut den Sendern NBC und CNN waren der 78 Jahre alte Reiner und seine Frau Michele Singer tot in ihrem Haus im wohlhabenden Stadtteil Brentwood gefunden worden. Ein Sprecher der Familie habe den Tod des Paares bestätigt, hieß es in den CNN-Berichten. Laut NBC wiesen die Leichen des Paars offenbar Stichwunden auf.

Die Feuerwehr von Los Angeles sprach von einem 78-jährigen Mann und einer 68-jährigen Frau, deren Leichen in einem Haus gefunden worden seien. Nachbarn bestätigten laut NBC, dass es sich um das Zuhause des Ehepaars Reiner handelte.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, die aus Kalifornien stammende frühere US-Vizepräsidentin Kamala Harris und Ex-Präsident Obama veröffentlichten jeweils Kondolenzbotschaften. "Rob wird für seine bemerkenswerte Filmografie und seinen außerordentlichen Beitrag für die Menschheit in Erinnerung bleiben", erklärte Newsom im Onlinedienst X.

Die Bürgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, erklärte, sie sei "untröstlich wegen des tragischen Verlusts von Rob und seiner Frau Michele". "Ich kannte Rob und hatte enormen Respekt vor ihm", fügte die Bürgermeisterin hinzu. Er sei nicht nur ein "gefeierter Schauspieler, Regisseur, Produzent, Autor" gewesen, sondern auch ein "engagierter politischer Aktivist, der immer seine Gaben im Dienste für andere genutzt" habe.

Die Schauspielerin Kathy Bates, die mit Reiner bei der Stephen-King-Verfilmung "Misery" von 1990 zusammengearbeitet hatte, beschrieb den Regisseur als "brillant". Er habe Filme verschiedenster Genres gemacht und seine "politischen Überzeugungen mit Mut" vertreten, erklärte sie gegenüber NBC. Reiners Frau sei eine sehr talentierte Fotografin gewesen.

Reiner war in den 1970er Jahren durch seine Rolle in der populären Sitcom "All in the Family" zunächst als Schauspieler bekannt geworden. 1984 veröffentlichte er mit der Doku-Parodie "This Is Spinal Tap" seinen ersten Film als Regisseur.

Weltbekannt wurde Reiner in den folgenden Jahren durch den Abenteuerfilm "Stand By Me - Das Geheimnis eines Sommers" sowie die Romantik-Komödie "Harry und Sally", bis heute ein Hollywood-Klassiker. Zu den mehr als 20 Spielfilmen, die Reiner drehte, gehörte auch "Eine Frage der Ehre" mit Tom Cruise, Jack Nicholson und Demi Moore, der unter anderem als bester Film für die Oscars nominiert wurde.

Reiner machte sich auch durch sein Engagement einen Namen. So unterstützte er die LGBTQ-Community im Kampf um Gleichberechtigung bei der Ehe sowie die Gründung der Organisation First 5, die Programme für die Entwicklung von Kindern mit Einnahmen aus der Tabak-Besteuerung finanziert.

(L.Møller--DTZ)

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