Deutsche Tageszeitung - Baden in antikem Pompeji war anfangs nicht besonders hygienisch

Baden in antikem Pompeji war anfangs nicht besonders hygienisch


Baden in antikem Pompeji war anfangs nicht besonders hygienisch
Baden in antikem Pompeji war anfangs nicht besonders hygienisch / Foto: © AFP/Archiv

In den öffentlichen Bädern der antiken römischen Stadt Pompeji haben zumindest anfangs schlechte Hygienebedingungen geherrscht. Zu diesem Schluss kommen Forscherinnen und Forscher der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz nach der Analyse von Kalkablagerungen in Brunnen, Rohren und Badeanlagen.

Textgröße ändern:

"Die Thermen wurden ursprünglich über tiefe Brunnen samt Hebevorrichtungen versorgt, und die hygienischen Bedingungen darin waren alles andere als ideal", erklärte Erstautorin Gül Sürmelihindi. Im Lauf der Zeit seien die von Sklaven über eine Art Tretrad angetriebenen Wasserhebeanlagen durch technologische Entwicklungen verbessert worden, bevor sie im ersten Jahrhundert nach Christus durch einen Aquädukt ersetzt wurden. Dieser lieferte mehr Wasser und ermöglichte einen häufigeren Wasserwechsel.

Pompeji wurde im Jahr 79 nach Christus bei einem Ausbruch des nahen Vulkans Vesuv verschüttet, durch die Vulkanasche aber ungewöhnlich gut konserviert. Seit 1997 gehören die archäologischen Überreste der in Italien gelegenen Stadt zum Unesco-Weltkulturerbe.

Die Forscher konnten nun in den sogenannten Republikanischen Bädern – den ältesten öffentlichen Badeanlagen der Stadt aus vorrömischer Zeit um 130 vor Christus – mittels Isotopenanalyse nachweisen, dass das Badewasser aus Brunnen stammte und nicht regelmäßig erneuert wurde. Daher habe der hygienische Zustand nicht den hohen Hygienestandards entsprochen, die üblicherweise den Römern zugeschrieben wurden.

"Vielmehr zeigten die Kohlenstoffisotopenverhältnisse organische Verunreinigung im Wasser", erklärte Sürmelihindi. Zu solchen organischen Verunreinigungen in Wasser zählen unter anderem Schweiß, Urin, Mikroorganismen oder Hautschuppen. Vermutlich wurde das Wasser nur einmal täglich gewechselt. Sürmelihindi zufolge wurden die Bäder immerhin mit einer per Körperkraft angetriebenen Wasserhebemaschine versorgt.

Die Forschenden fanden zudem erhöhte Konzentrationen von Blei, Zink und Kupfer in den durch die Badegäste verursachten Ablagerungen, was auf eine Schwermetallbelastung des Badewassers hindeute. Dies lasse vermuten, dass Kessel und Wasserleitungen ausgetauscht wurden, wodurch die Schwermetallkonzentrationen anstiegen. Der Anstieg der stabilen Sauerstoffisotope zeige zudem, dass die Becken nach der Sanierung wärmeres Wasser hatten.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Erstes ESC-Halbfinale mit Favorit Finnland sorgt für gute Einschaltquoten

Nicht nur für Topfavorit Finnland ist das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest (ESC) in Wien ein Erfolg - auch der übertragende Spartensender One kann am Mittwoch jubeln. Trotz des Streits um die Teilnahme Israels verfolgten in Deutschland deutlich mehr Menschen als im vergangenen Jahr die Show am Dienstagabend im Fernsehen. Neben Finnland sicherten sich auch die ebenfalls hoch gehandelten Beiträge aus Griechenland und Israel einen Platz für das Finale am Samstag.

Cannes-Festival beginnt mit Ehrenpalme für "Herr der Ringe"-Regisseur Jackson

Mit einem ersten Schaulaufen auf dem roten Teppich für die Eröffnungsgala hat am Dienstag das internationale Filmfestival von Cannes begonnen. Die chinesische Schauspielerin Gong Li und US-Schauspielerin Jane Fonda erklärten das elftägige Festival für eröffnet. Die diesjährige Ausgabe ist von zahlreichen internationalen Stars sowie einer starken deutschen Präsenz geprägt.

SPD-Politiker: Zugang zu Integrationskursen wird wieder etwas erleichtert

Zwischen Fachpolitikern der SPD-Fraktion und dem Bundesinnenministerium gibt es laut SPD eine zumindest teilweise Verständigung über den Zugang von Migrantinnen und Migranten zu Integrationskursen. "Ich bin froh, dass wir uns auf eine Kompromisslösung verständigt haben und der generelle Zulassungsstopp in dieser Form vom Tisch ist", erklärte der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler am Dienstag in Berlin. Das Bundesinnenministerium äußerte sich dazu zunächst nicht.

ESC-Finale: Musiker wavvyboi verkündet Punkte von deutscher Jury

Der nicht-binäre Künstler wavvyboi soll die Punkte der deutschen Jury beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) verkünden. "Ich freue mich einfach riesig", zitierte der verantwortliche Südwestrundfunk den 28-Jährigen am Dienstag. Der Liechtensteiner hatte beim deutschen Vorentscheid im Februar knapp gegen die Starterin Sarah Engels verloren.

Textgröße ändern: