Deutsche Tageszeitung - Polizei: Angriff auf Journalisten im thüringischen Fretterode

Polizei: Angriff auf Journalisten im thüringischen Fretterode


Polizei: Angriff auf Journalisten im thüringischen Fretterode

In Fretterode in Thüringen sind nach Angaben der Polizei drei Journalisten tätlich angegriffen worden. Ein 56-Jähriger und ein 22-Jähriger setzten neben körperlicher Gewalt möglicherweise Reizstoff gegen die Medienvertreter ein, wie die Thüringer Polizei am Mittwochabend mitteilte. Die Journalisten seien mit leichten Verletzungen im Krankenhaus behandelt worden.

Textgröße ändern:

Unmittelbar nach dem Angriff alarmierten die Medienvertreter die Polizei. Die beiden Tatverdächtigen konnten der Polizei zufolge gestellt und festgenommen werden. Zu den genauen Hintergründen der Tat, einschließlich einer möglichen politischen Tatmotivation, sowie der Verwendung von Reizstoffen könne derzeit noch keine Aussage getroffen werden. Aktuell werde wegen eines Körperverletzungsdeliktes ermittelt.

Im Jahr 2018 hatten in Fretterode zwei Männer, die der rechtsextremen Szene zugeordnet werden, zwei Journalisten angegriffen. Das Landgericht Mühlhausen verurteilte die beiden Männer 2022 wegen Sachbeschädigung und gefährlicher Körperverletzung. Im Jahr 2024 hob der Bundesgerichtshof das Urteil wegen Rechtsfehlern auf.

Das Landgericht hatte festgestellt, dass der Mann und der damals Heranwachsende die Journalisten mit einem Auto verfolgt hatten, als diese ein mutmaßliches Treffen von Neonazis auf dem Grundstück des damaligen Thüringer NPD-Chefs Thorsten Heise beobachten und fotografieren wollten. Der jüngere Angeklagte habe die beiden bemerkt und geglaubt, einen von ihnen der sogenannten Göttinger Antifa zuordnen zu können. Die Angeklagten hätten den Journalisten nach der Verfolgungsjagd verkehrsbedingt den Fluchtweg versperrt, so dass sie mit ihrem Wagen nicht hätten vorbeifahren können. Es sei zu einem Zusammenstoß und einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Danach habe die Spiegelreflexkamera eines Journalisten gefehlt.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Vor Wahl in Sachsen-Anhalt: Kulturinstitutionen starten Kampagne für Vielfalt

Knapp vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat ein Bündnis von Kulturinstitutionen des Landes eine Kampagne für Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt gestartet. Die Aktion #stolzaufVielfalt solle deutlich machen, "dass die unterschiedlichen Menschen, Erfahrungen und Perspektiven in unserem Land keine Gegensätze sind, sondern eine gemeinsame Stärke, unsere Kultur", erklärten mehr als ein Dutzend Organisationen am Dienstag in Dessau.

Versehentlich Tod des Königs gemeldet: Britischer Sender verstieß gegen Regeln

Ein britischer Lokal-Radiosender hat im Mai versehentlich eine Falschmeldung über den angeblichen Tod von König Charles III. gesendet und anschließend gegen Regeln des britischen Rundfunkrats verstoßen. Es handle sich um eine "sehr schwerwiegende Ungenauigkeit", zudem sei nach der Falschmeldung sehr viel Zeit bis zu einer Korrektur verstrichen, rügte der Rundfunkrat am Montag.

Bund will NS- und SED-Gedenkstätten stärker fördern

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) will den Gedenkstätten zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur im kommenden Jahr zusätzlich zehn Millionen Euro zur Verfügung stellen. Davon entfallen fünf Millionen Euro auf Projektförderungen und weitere fünf Millionen Euro auf die institutionelle Stärkung der vom Bund geförderten Gedenkstätten, wie die Regierung am Montag in Berlin mitteilte. Berücksichtigt sind auch Kosten für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen.

Französische Sängerin Vanessa Paradis gibt Trennung von Regisseur Benchetrit bekannt

Die französische Sängerin und Schauspielerin Vanessa Paradis und der Regisseur und Schriftsteller Samuel Benchetrit haben sich nach fast zehn Jahren Beziehung getrennt. Die beiden hätten "einvernehmlich ihre Trennung bekannt gegeben", würden sich aber weiterhin "mit Respekt und Zuneigung begegnen", teilte Paradis' Agent am Donnerstag in einer Erklärung mit. Paradis und Benchetrit hatten am 30. Juni 2018 geheiratet.

Textgröße ändern: