Deutsche Tageszeitung - Polit-Prominenz und Beethoven-Symphonie: Bayreuther Festspiele eröffnet

Polit-Prominenz und Beethoven-Symphonie: Bayreuther Festspiele eröffnet


Polit-Prominenz und Beethoven-Symphonie: Bayreuther Festspiele eröffnet
Polit-Prominenz und Beethoven-Symphonie: Bayreuther Festspiele eröffnet / Foto: © AFP/Archiv

Die Bayreuther Festspiele sind am Samstagabend im 150. Jahr ihres Bestehens mit vielen prominenten Gästen eröffnet worden. An der Jubiläumsveranstaltung auf dem berühmten Grünen Hügel nahmen unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz, Altkanzlerin Angela Merkel (beide CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) teil. Neben weiteren Mitgliedern der Bundesregierung und der bayerischen Landesregierung war auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) zu Gast.

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Anders als üblich gab es zur Festspieleröffnung im Jubiläumsjahr keine Inszenierung einer Wagner-Oper, sondern eine Aufführung von Beethovens neunter Symphonie. Die musikalische Leitung hatte Dirigent Christian Thielemann.

Das Werk spielte nach Angaben der Stadt Bayreuth im Leben Richard Wagners eine besondere Rolle und wurde etwa bei der Grundsteinlegung des Festspielhauses gespielt. Mit der Jubiläumsspielzeit erinnern die Bayreuther Festspiele an ihre Gründung im Jahr 1876, als Richard Wagner im eigens errichteten Festspielhaus erstmals den vollständigen "Ring des Nibelungen" aufführen ließ und damit Musikgeschichte schrieb.

Das Werk bildet auch einen der Schwerpunkte der diesjährigen Festspiele. Unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann geht die Inszenierung neue Wege: Mithilfe Künstlicher Intelligenz, die auf 150 Jahren Rezeptionsgeschichte des Werks basiert, sollen nach Angaben der Festspiele für jede Aufführung "neue visuelle Assoziationen und Bildwelten" entstehen.

Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) wies auf die ambivalente Geschichte der Festspiele hin. "150 Jahre Bayreuther Festspiele erzählen von den größten Sternstunden der Oper und sie erzählen von den dunkelsten Kapiteln deutscher Geschichte - beides gehört untrennbar zu Bayreuth", erklärte Blume. Richard Wagner sei "ein musikalisches Genie, zugleich aber ein erbitterter Antisemit" gewesen.

"Sein antisemitisches Denken ging in Teilen weit über die Vorurteile seiner Zeit hinaus", erklärte Blume. "Bei aller Bewunderung für sein Werk dürfen wir davor niemals die Augen verschließen."

(L.Møller--DTZ)

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