Deutsche Tageszeitung - Deutsch-französische Musikfreizeit fordert verlässlichere EU-Förderung

Deutsch-französische Musikfreizeit fordert verlässlichere EU-Förderung


Deutsch-französische Musikfreizeit fordert verlässlichere EU-Förderung
Deutsch-französische Musikfreizeit fordert verlässlichere EU-Förderung

Bei einem Treffen auf dem Dobel diskutierten Kommunalvertreter und Politiker über Jugendbegegnungen und europäische Integration. Ein Musikprojekt mit 40 Jugendlichen zeigte Chancen und Finanzierungsprobleme ehrenamtlicher Initiativen.

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Vertreter aus Nagold, Calw, Bad Liebenzell, Bad Herrenalb und Bad Wildbad haben in der Pfarrscheuer auf dem Dobel über die Zukunft europäischer Jugend- und Kommunalpolitik im Landkreis Calw beraten. Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Carl Christian Hirsch nahm die Europaabgeordnete Marie-Sophie Christ im Rahmen ihrer Sommertour an dem Gespräch teil.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie ehrenamtliche Arbeit vor Ort gestärkt werden kann, damit junge Menschen Europa durch persönliche Begegnungen erleben. Als Praxisbeispiel diente eine deutsch-französische Musikfreizeit, die der Arbeitskreis Musik in der Jugend mit Sitz in Karlsruhe organisiert.

Das Projekt bringt seit sechs Jahren junge Musikerinnen und Musiker aus Deutschland und Frankreich zusammen. Hirsch erklärte, persönliche Kontakte über Landesgrenzen hinweg könnten dauerhafte Freundschaften, gegenseitiges Verständnis und europäischen Zusammenhalt schaffen.

Projektleiterin Sara Dicks berichtete, derzeit nähmen 40 Jugendliche an einer neuntägigen Probenphase im EC-Zentrum auf dem Dobel teil. Gemeinsam erarbeiteten sie ein anspruchsvolles Konzertprogramm. Die Plätze seien meist innerhalb weniger Stunden ausgebucht, auch weil frühere Teilnehmer und ihre Geschwister das Angebot weiterempfehlen.

Dicks verbindet mit dem Projekt eine eigene Erfahrung. Als junge Hornistin nahm sie selbst an einer Musikfreizeit teil, schloss dort langfristige Freundschaften und lernte 2014 bei einer weiteren Begegnung Mitglieder ihres heutigen Organisationsteams kennen.

Neben der Nachfrage sprach die 28 Jahre alte Umwelt- und Naturwissenschaftlerin über Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Organisatoren müssten bei der Ausschreibung wissen, welche Mittel sicher zur Verfügung stünden. Würden Fördergelder spät bewilligt oder blieben unsicher, müssten Lücken geschlossen werden, damit Jugendliche teilnehmen könnten.

Dicks schlug feste Fördersätze vor, die eine verlässliche Planung ermöglichen. Hirsch, der selbst 20 Jahre in einem Musikverein aktiv war, bestätigte die Komplexität. Die Förderlandschaft sei schwierig, weil in Europa verschiedene Programme und Finanzierungstöpfe nebeneinander bestünden.

Christ forderte, grenzüberschreitende Initiativen weiter zu stärken. Wer an einem Austausch teilnehme, entwickle einen anderen Blick auf Europa. Die Europaabgeordnete setzte sich deshalb für eine stärkere Ausstattung von Erasmus ein. Für den Zeitraum 2028 bis 2034 nannte sie ein angestrebtes Budget von 47,39 Milliarden Euro.

Nach ihrer Darstellung sollten nicht nur große Projekte in Brüssel, sondern auch kleine lokale und ehrenamtliche Vorhaben erreicht werden. Kommunale Vereine und Initiativen schüfen die Räume, in denen europäische Zusammenarbeit im Alltag sichtbar werde.

In der anschließenden Diskussion betonten die Teilnehmer die Schlüsselrolle des Ehrenamts. Hirsch kündigte an, den Austausch mit Vereinen, Schulen, Jugendinitiativen und kommunalen Akteuren fortzusetzen. Ein gemeinsames Konzert der 40 Jugendlichen aus Frankreich und Deutschland im Kurhaus auf dem Dobel schloss das Programm ab; das Publikum reagierte mit stehenden Ovationen.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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