Deutsche Tageszeitung - Lehrerverband verlangt klaren Stufenplan für Schulbetrieb in der Pandemie

Lehrerverband verlangt klaren Stufenplan für Schulbetrieb in der Pandemie


Lehrerverband verlangt klaren Stufenplan für Schulbetrieb in der Pandemie
Lehrerverband verlangt klaren Stufenplan für Schulbetrieb in der Pandemie / Foto: ©

Der Deutsche Lehrerverband fordert eine bundeseinheitliche Regelung für den Schulbetrieb in der Corona-Pandemie. Die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), die brandenburgische Ressortchefin Britta Ernst (SPD), müsse "endlich einen bundesweit gültigen Hygienestufenplan für Schulen" in Kraft setzen, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger am Sonntag dem Portal "ntv.de". Die KMK will am Montag über das weitere Vorgehen beraten.

Textgröße ändern:

"Es gibt kein Bundesland, das man als leuchtendes Vorbild beim Umgang mit der Pandemie an Schulen hinstellen könnte", urteilte Meidinger. Alle Schulministerien hätten zu Beginn des Schuljahres einen großen Fehler gemacht: "Sie haben sich ausschließlich auf das Szenario des Präsenzunterrichts konzentriert und den Eindruck erweckt, dass es keinen neuerlichen Lockdown mit Auswirkungen auf die Schulen geben werde."

Gleichzeitig sei versäumt worden, die Schulen ausreichend auf Digitalunterricht und eine neue Phase des Distanzlernens vorzubereiten. "Die Kultusministerinnen und -minister haben schlicht ihre Hausaufgaben im Sommer und Herbst nicht ordentlich erledigt", kritisierte der Lehrerpräsident.

Der Stufenplan müsse klar regeln, wie der Schulbetrieb abhängig vom Inzidenzgeschehen zu organisieren sei, verlangte Meidinger. "Dabei könnte man sich dabei auf eindeutige Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts stützen, das dafür präzise Richtwerte vorgegeben hat." Das Institut empfiehlt beispielsweise bei einer Sieben-Tages-Inzidenz über 50 in einer Region eine Verkleinerung der Klassen und das Tragen von Masken auch im Klassenraum.

Präsenzunterricht sei auch durch den besten digitalen Fernunterricht nicht zu ersetzen, sagte Meidinger weiter. "Aber das heißt noch lange nicht, dass es verantwortbar ist, Kitas und Grundschulen ohne Rücksicht auf Inzidenzwerte im Januar wieder im vollen Präsenzbetrieb zu öffnen, also ohne Abstandsregelungen."

Meidinger forderte zudem, dass Lehrkräfte über 60 eine höhere Impfpriorität erhalten sollten als bislang vorgesehen. "Bis heute fehlen an den meisten Schulen Raumluftfilteranlagen, bis heute haben die Bundesländer den Lehrern keine ausreichende Anzahl an FFP2-Masken zur Verfügung gestellt", beklagte er. "Und so wie es aussieht, werden auch bei den Impfungen die Lehrkräfte bis weit in die Jahresmitte hinein noch warten müssen, bis sie drankommen."

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Ungarns Parlament stimmt über Orban-Kritiker Baka als neues Staatsoberhaupt ab

Ungarns Parlament stimmt am Dienstag über den früheren Präsidenten des Obersten Gerichtshofs Andras Baka als neuen Staatschef ab. Die Wahl des 73-jährigen Kritikers von Ex-Regierungschef Viktor Orban als neues Staatsoberhaupt gilt angesichts der Zweidrittelmehrheit der Regierungspartei Tisza als sicher. Die Abstimmung soll um 14.00 Uhr beginnen.

Selenskyj: Russland greift Ukraine mit nordkoreanischen Raketen an - Neun Tote

Bei einer erneuten russischen Angriffswelle auf die Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens neun Menschen getötet worden. Zudem seien in den Regionen Kiew, Saporischschja und Dnipropetrowsk dutzende weitere Menschen verletzt worden, teilten die jeweiligen Regionalbehörden am Dienstag mit. Nach Angaben des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj kamen bei den "brutalen" Angriffen auf Saporischschja Raketen aus nordkoreanischer Produktion zum Einsatz.

Banaszak wirft Regierung "Realitätsverweigerung" bei Klimaschutz vor

Grünen-Parteichef Felix Banaszak hat der Bundesregierung vor dem Hintergrund der aktuellen Wetterextreme mangelnde Anstrengungen beim Klimaschutz vorgeworfen. In der Regierung werde über alles gesprochen, nur darüber nicht, kritisierte Banaszak am Dienstag in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv. "Das ist eine Form von Realitätsverweigerung und Bräsigkeit und Ignoranz, die in Deutschland regiert, mit der ich nicht mehr zufrieden bin."

Mindestens neun Tote und dutzende Verletzte bei neuen russischen Angriffen auf Ukraine

Bei erneuten russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens neun Menschen getötet worden. Zudem seien in den Regionen Kiew, Saporischschja und Dnipropetrowsk dutzende weitere Menschen verletzt worden, teilten die jeweiligen Regionalbehörden am Dienstag mit. Der Chef der Militärverwaltung in der Region Saporischschja, Iwan Federow, meldete im Onlinedienst Telegram einen "massiven" russischen Angriff, bei dem Raketen und Lenkbomben zum Einsatz gekommen seien.

Textgröße ändern: