Deutsche Tageszeitung - Kreml: Putin und Merkel beraten über Kooperation bei Corona-Impfstoffen

Kreml: Putin und Merkel beraten über Kooperation bei Corona-Impfstoffen


Kreml: Putin und Merkel beraten über Kooperation bei Corona-Impfstoffen
Kreml: Putin und Merkel beraten über Kooperation bei Corona-Impfstoffen / Foto: ©

Russlands Staatschef Wladimir Putin hat nach Kreml-Angaben mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über Möglichkeiten einer Kooperation bei der Produktion von Corona-Impfstoffen beraten. In einem Telefonat hätten der Präsident und die Kanzlerin über "Fragen der Zusammenarbeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie" gesprochen, teilte der Kreml am Dienstag in Moskau mit. Dabei seien "ein Schwerpunkt die möglichen Perspektiven einer gemeinsamen Impfstoff-Produktion" gewesen, hieß es weiter.

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Nach den Angaben aus Moskau wurde vereinbart, "die Kontakte zu diesem Thema zwischen den Gesundheitsministerien und anderen spezialisierten Strukturen der beiden Länder fortzusetzen".

Ein Sprecher der Bundesregierung bestätigte in Berlin, dass die Bundeskanzlerin mit Putin telefoniert habe. "Im Mittelpunkt stand die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie", hieß es weiter. Nähere Angaben wurden dazu nicht gemacht.

Russland hat am 5. Dezember damit begonnen, Risikogruppen mit seinem selbst entwickelten Corona-Vakzin Sputnik V zu impfen. Dass die russischen Behörden Sputnik V im August schon vor Abschluss der letzten Testphase zugelassen hatten, war international auf Kritik gestoßen.

Russland liefert den Impfstoff mittlerweile auch an Belarus und andere Länder, hat aber eingeräumt, dass es an Produktionskapazitäten fehle, um schnell die notwendigen Impfstoffmengen herzustellen. Indien soll daher die Produktion von 100 Millionen Dosen Sputnik V übernehmen. Darüber hinaus vereinbarte Russland mit Brasilien, China und Südkorea Partnerschaften.

Deutschland verfügt bislang nur über Impfdosen des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer. Über eine EU-weite Zulassung des Corona-Impfstoffs des US-Unternehmens Moderna könnte am Mittwoch entschieden werden. Die Bundesregierung sieht sich derzeit mit Kritik konfrontiert, dass sie zu wenig Impfdosen bestellt habe und die Impfkampagne in Deutschland schleppend angelaufen sei.

In dem Telefonat von Putin und Merkel ging es nach Kreml-Angaben auch um den Konflikt in der Ost-Ukraine.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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