Deutsche Tageszeitung - Frankreichs Armee meldet Tod dutzender Dschihadisten in Mali bei Luftangriff

Frankreichs Armee meldet Tod dutzender Dschihadisten in Mali bei Luftangriff


Frankreichs Armee meldet Tod dutzender Dschihadisten in Mali bei Luftangriff
Frankreichs Armee meldet Tod dutzender Dschihadisten in Mali bei Luftangriff / Foto: ©

Bei einem französischen Luftangriff in Mali sind nach Angaben der französischen Armee dutzende Dschihadisten getötet worden. Ein Armeesprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag, bei einem Einsatz französischer Kampfjets im Zentrum des westafrikanischen Landes seien am Sonntag dutzende Mitglieder einer Islamistengruppe "neutralisiert" worden. Bewohner des Dorfes Bounti berichteten unterdessen von einem Helikopter-Angriff auf eine Hochzeitsfeier, bei dem etwa 20 Hochzeitsgäste getötet worden seien.

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"Die Berichte im Zusammenhang mit einer Hochzeit entsprechen nicht unseren Beobachtungen", sagte der französische Armeesprecher. Demnach waren die Dschihadisten vor den Luftangriffen über mehrere Tage beobachtet worden.

In den malischen Online-Diensten war seit Sonntag heftig über die Luftangriffe spekuliert worden. Bewohner des rund 600 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernten Dorfes Bounti berichteten von Schüssen aus einem Helikopter heraus. Der Angriff habe Panik bei einer Gruppe von Hochzeitsgästen ausgelöst, hieß es.

"Es hieß: Rennt um euer Leben", sagte der Dorfbewohner Ahmadou Ghana, nach dessen Angaben bei dem Vorfall 19 Menschen getötet wurden, darunter zwei seiner Brüder. Mehrere weitere Zivilisten wurden demnach schwer verletzt. Der Verband Tabital Pulakuu der Volksgruppe der Fulani gab die Zahl der getöteten Zivilisten mit "mindestens 20" an.

Aus französischen Armeekreisen hieß es, die Luftangriffe seien "ohne jeden Zweifel" nicht in der Nähe einer Hochzeitsfeier erfolgt. Der Angriff sei "besonders streng" vorbereitet und die "bewaffnete Terrorgruppe" vollständig identifiziert worden. Ein Sprecher der UN-Friedensmission in Mali (Minusma) sagte, die Blauhelme seien in die Vorfälle in Bounti nicht involviert gewesen.

Unklar war, ob den Berichten der französischen Armee und der Dorfbewohner möglicherweise zwei separate Vorfälle zugrunde lagen. Eine unabhängige Verifizierung der Berichte ist extrem schwierig, da das betroffene Gebiet teilweise von Dschihadisten kontrolliert wird.

Bounti liegt in der nordmalischen Region Mopti. Die Region war im Jahr 2012 das Epizentrum dschihadistischer Aufstände, die sich auch auf die Nachbarländer Burkina Faso und Niger ausgeweitet haben. In dem Konflikte wurden tausende Soldaten und Zivilisten getötet, hunderttausende Menschen mussten fliehen. Frankreich ist im Rahmen seiner Anti-Terror-Mission Barkhane mit rund 5100 Soldaten in der Sahel-Zone im Einsatz.

(V.Sørensen--DTZ)

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