Deutsche Tageszeitung - Iran verbietet Import von Impfstoffen aus Großbritannien und den USA

Iran verbietet Import von Impfstoffen aus Großbritannien und den USA


Iran verbietet Import von Impfstoffen aus Großbritannien und den USA
Iran verbietet Import von Impfstoffen aus Großbritannien und den USA / Foto: ©

Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei hat den Import von in den USA oder Großbritannien produzierten Impfstoffen verboten. Chamenei bezeichnete Impfstoffe aus diesen beiden Ländern am Freitag im Onlinedienst Twitter als "völlig unzuverlässig". Es sei "nicht unwahrscheinlich, dass sie andere Länder kontaminieren wollen".

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Auch Impfstoffen aus Frankreich könne nicht vertraut werden, schrieb der Ayatollah bei Twitter. Dabei berief er sich auf einen Fall in den 80er Jahren, als sich hunderte Iraner an mit HIV infizierten Blutkonserven ansteckt hatten. Die Blutspenden waren allerdings damals auch in Frankreich verteilt worden.

Teheran hatte Washington zuvor vorgeworfen, durch bestehende Sanktionen auch den Zugang des Landes zu Impfstoffen einschränken zu wollen. Obwohl Nahrungsmittel und Medikamente theoretisch von den Maßnahmen ausgenommen sind, verweigern viele Banken Überweisungen, die den Iran betreffen.

Irans Präsident Hassan Ruhani sagte im Dezember, die US-Regierung habe gefordert, der Iran müsse für Impfstoffe über US-Banken bezahlen. Ruhani befürchtet nach eigenen Abgaben eine Beschlagnahmung der Gelder.

Mit 1,2 Millionen registrierten Corona-Infektionen und mehr als 56.000 Toten ist der Iran eines der am schlimmsten von der Pandemie getroffenen Länder der Region. Im Dezember starteten dort klinische Studien mit einem selbst entwickelten Impfstoff.

(V.Sørensen--DTZ)

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