Deutsche Tageszeitung - Nicht deklarierte Spende: Britisches Parlament ermittelt gegen Reform UK-Chef Farage

Nicht deklarierte Spende: Britisches Parlament ermittelt gegen Reform UK-Chef Farage


Nicht deklarierte Spende: Britisches Parlament ermittelt gegen Reform UK-Chef Farage
Nicht deklarierte Spende: Britisches Parlament ermittelt gegen Reform UK-Chef Farage / Foto: © AFP

Der Ethikausschuss des britischen Parlaments hat Medienberichten vom Mittwoch zufolge eine Untersuchung gegen den Chef der rechtspopulistischen Partei Reform UK, Nigel Farage, eingeleitet, weil dieser eine Spende von fünf Millionen Pfund (rund 5,7 Millionen Euro) an seine Partei nicht gemeldet hat. Der Zeitung "The Guardian" zufolge hatte Farage die Spende mehrere Monate vor seiner Kandidatur bei der Parlamentswahl 2024 erhalten.

Textgröße ändern:

Demnach hatte der Brexit-Befürworter ursprünglich nicht vorgehabt, zu kandidieren - änderte nach Erhalt der Spende seine Meinung jedoch wenige Wochen vor der Wahl. Die Summe stammt den Angaben zufolge von dem thailändisch-britischen Kryptowährungs-Magnaten und Luftfahrtunternehmers Christopher Harborne, der im vergangenen Jahr insgesamt 12 Millionen Pfund an Reform UK spendete.

Der Ethikausschuss des Parlaments bestätigte die Angaben auf AFP-Nachfrage zunächst nicht.

Farage rechtfertigte sein Vorgehen damit, dass er zu dem Zeitpunkt des Spendenerhalts kein Abgeordneter und somit auch nicht verpflichtet gewesen sei, die Spende zu deklarieren. Die Spende sei "rein privater Natur" und "überhaupt nicht politisch" gewesen. Das Geld habe es ihm ermöglichen sollen, "für den Rest seines Lebens seine (persönliche) Sicherheit zu gewährleisten".

Der Parteichef stehe "in Kontakt mit dem Ausschuss" und habe "stets deutlich gemacht, dass es sich um eine persönliche und bedingungslose Spende handelte und dass keine Regeln verletzt wurden", erklärte ein Sprecher von Reform UK am Mittwoch.

Laut der offiziellen Internetseite des britischen Parlaments muss jeder neue Abgeordnete "alle meldepflichtigen Einkünfte, die er in den zwölf Monaten vor seiner Wahl erhalten hat", offenlegen.

Sollte die Untersuchung zeigen, dass Farage gegen die Regeln des Parlaments verstoßen hat, könnten ihm laut "Financial Times" Sanktionen drohen. Diese könnten bis hin zu einer Suspendierung und Neuwahlen in seinem Wahlkreis Clacton im Südosten Englands reichen.

Die einwanderungsfeindliche Partei Reform UK ist als klarer Sieger aus den Kommunalwahlen vom vergangenen Donnerstag hervorgegangen. Die Partei gewann landesweit 1452 Sitze, darunter auch in traditionellen Labour-Hochburgen im Norden des Landes. Die regierende Labour-Partei hingegen musste fast 1500 ihrer mehr als 2500 Sitze abgeben.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Vance: USA untersuchen Angriff auf iranische Hochzeit

Die USA untersuchen nach Angaben von Vizepräsident JD Vance den Angriff auf eine Hochzeitsfeier im Iran. Vance äußerte sich am Donnerstag in Washington zugleich "äußerst skeptisch" über die Angaben aus Teheran zu dem Vorfall. Die iranischen Staatsmedien seien "kein besonders verlässlicher Chronist" in dem Konflikt, sagte der Vizepräsident bei einem Pressebriefing im Weißen Haus.

Leiche von Kriegsverbrecher Mladic in Serbien eingetroffen

Die Leiche des verstorbenen bosnisch-serbischen Kriegsverbrechers Ratko Mladic ist in Serbien eingetroffen und mit militärischen Ehren empfangen worden. Der mit der serbischen Flagge bedeckte Sarg wurde nach der Ankunft aus Den Haag am Donnerstag von sechs Soldaten aus dem Flugzeug getragen, begleitet von Mladics Sohn Darko und dem serbischen Justizminister Nenad Vujic.

Demokratische Republik Kongo will Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegen

Die Demokratische Republik Kongo will ihre Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Einen Zeitplan nannten beide Länder in einer Erklärung nach einem Besuch des kongolesischen Präsidenten Félix Tshisekedi am Donnerstag allerdings nicht. Nur eine kleine Gruppe von Ländern, darunter die USA, hat ihre Botschaft in Jerusalem.

Streit um Förderung: AfD-nahe Stiftung zeigt Dobrindt wegen Rechtsbeugung an

Die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Streit um die bisher nicht gewährten Fördermittel wegen Rechtsbeugung angezeigt. Die Strafanzeige sei am Mittwoch in Berlin eingereicht worden, sagte die Stiftungs-Vorsitzende Erika Steinbach am Donnerstag in Berlin. Demnach wirft die Stiftung Dobrindts Ministerium vor, die Prüfung des Förderantrags seit dessen Einreichung im März 2025 zu verschleppen.

Textgröße ändern: