Deutsche Tageszeitung - Nationalistischer Regierungschef Favorit bei Präsidentschaftswahl in Kirgistan

Nationalistischer Regierungschef Favorit bei Präsidentschaftswahl in Kirgistan


Nationalistischer Regierungschef Favorit bei Präsidentschaftswahl in Kirgistan
Nationalistischer Regierungschef Favorit bei Präsidentschaftswahl in Kirgistan / Foto: ©

Rund drei Monate nach den heftigen Unruhen in Kirgistan haben die Menschen in dem zentralasiatischen Land einen neuen Präsidenten gewählt. Die Wahllokale öffneten am Sonntag um 08.00 Uhr (Ortszeit, 03.00 MEZ), mit ersten Ergebnissen wird nach dem Ende der Abstimmung um 20.00 Uhr (15.00 Uhr MEZ) gerechnet. Als Favorit galt der bisherige Regierungschef Sadyr Schaparow, der sich im Oktober nach dem Rücktritt von Präsident Sooronbai Dscheenbekow auch zum Staatschef erklärt hatte.

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Vor einem Wahllokal in der Hauptstadt Bischkek sagte der 49-jährige Talant Samatow, er wolle für Schaparow stimmen. "Natürlich bin ich für Schaparow", sagte der Besitzer eines kleinen Ladens. Die Verurteilung Schaparows zu elf Jahren Haft im Jahr 2017 wegen einer Geiselnahme halte er für unfair. "Er hat tiefe Ungerechtigkeit erlebt und jetzt wird er ein gerechter Staatschef für uns", sagte Samatow.

Außer über den neuen Präsidenten stimmen die Wahlberechtigten in einem Referendum auch über Verfassungsänderungen ab. Sie entscheiden, ob das politische System des Landes künftig auf den Präsidenten ausgerichtet ist, oder ob das Parlament eine starke Stellung bekommt.

Der nationalistische Politiker Schaparow war durch Unruhen nach der Parlamentswahl am 4. Oktober an die Macht gekommen, nachdem Anhänger ihn aus dem Gefängnis befreit hatten. Im Zusammenhang mit den Protesten in Bischkek waren mindestens ein Mensch getötet und mehr als 1200 weitere verletzt worden.

Das überwiegend muslimische Kirgistan mit seinen 6,5 Millionen Einwohnern gilt als vergleichsweise demokratisches Land in Zentralasien, zugleich aber auch als politisch besonders instabil. Bereits in den Jahren 2005 und 2010 hatten Unruhen zum Sturz zweier Präsidenten geführt.

(A.Nikiforov--DTZ)

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