Deutsche Tageszeitung - Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Uganda abgehalten

Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Uganda abgehalten


Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Uganda abgehalten
Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Uganda abgehalten / Foto: ©

Im ostafrikanischen Uganda sind am Donnerstag unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abgehalten worden. Der seit 1986 an der Spitze des Landes stehende Präsident Yoweri Museveni bewarb sich für eine sechste Amtszeit. Er wurde unter anderem von dem 38-jährigen ehemaligen Popstar Bobi Wine herausgefordert, der auf eine jugendliche Anhängerschaft setzt. Die Internet-Verbindungen in Uganda waren seit zwei Tagen ausgesetzt.

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Bei Protesten gegen eine von zahlreichen Festnahmen Wines im November waren 54 Menschen getötet worden. Während des Wahlkampfes wurden Journalisten angegriffen, die über Veranstaltungen der Opposition berichtet hatten. Regierungskritiker wurden eingesperrt. Zu der Wahl waren 18 Millionen der 44 Millionen Einwohner des Landes aufgerufen.

Das Durchschnittsalter liegt in Uganda bei 16 Jahren, der Anteil der städtischen und gebildeten Einwohner hat zugenommen. Um das Präsidentenamt bewarben sich insgesamt elf Kandidaten. In der Hauptstadt Kampala wurden die Ergebnisse in einigen Wahllokalen sofort ausgezählt, um die Transparenz des Wahlverfahrens zu demonstrieren.

Museveni gab seine Stimme am Nachmittag im Westen des Landes in Kiruhura ab. Dort leben seine Angehörigen, die Viehzüchter sind. In Afrika gibt es derzeit nur zwei Staatschefs, die länger ununterbrochen an der Macht sind als Museveni - Paul Biya in Kamerun und Teodoro Obiang Nguema in Äquatorial-Guinea.

"Wir wissen, dass viele Ugander zur Wahl gegangen sind", sagte Wine, der seine Stimme in einem Außenbezirk von Kampala abgab. Er beklagte, dass mehrere Wahlbeobachter seiner Partei festgenommen worden seien.

Drei Viertel der Bevölkerung Ugandas sind jünger als 30 Jahre. "Ich habe immer denselben Präsidenten gesehen - und ich möchte einen anderen", sagte der 23-jährige Student Saad Mukoone, der in der Trabantenstadt Kamwokya seine Stimme abgab. Seine 34-jährige Schwester Sophie versuchte nach eigenem Bekunden seit Monaten, die Mutter für eine Stimmabgabe zugunsten Wines zu gewinnen. Das erwies sich jedoch als zweckloses Unterfangen. Die Jungen wüssten nicht, "was Museveni für uns geleistet hat", sagte die 58-Jährige. In der Zeit vor Präsident Museveni durchlebte Uganda die Schreckensherrschaften von Idi Amin Dada und Milton Obote.

Unter Berufung auf die Sicherheitsmaßnahmen, die wegen der Corona-Pandemie nötig seien, hatten die Behörden zahlreiche Treffen der Opposition verboten. Museveni konnte hingegen als Präsident auf starke mediale Präsenz setzen. Die Wahlergebnisse sollten innerhalb von 48 Stunden bekanntgegeben werden.

(P.Tomczyk--DTZ)

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