Deutsche Tageszeitung - USA drohen Mexiko im Streit um Ex-Minister Cienfuegos mit Ende von Kooperation

USA drohen Mexiko im Streit um Ex-Minister Cienfuegos mit Ende von Kooperation


USA drohen Mexiko im Streit um Ex-Minister Cienfuegos mit Ende von Kooperation
USA drohen Mexiko im Streit um Ex-Minister Cienfuegos mit Ende von Kooperation / Foto: ©

Im Streit um US-Ermittlungen gegen Mexikos Ex-Verteidigungsminister Salvador Cienfuegos hat die Regierung in Washington dem Nachbarland mit einem Ende der Zusammenarbeit bei Strafermittlungen gedroht. Das US-Justizministerium "steht vollkommen zu seinen Ermittlungen", sagte ein Ministeriumssprecher und wies Vorwürfe von Mexikos Staatschef Andrés Manuel López Obrador zurück, die USA hätten Beweise gegen Cienfuegos gefälscht.

Textgröße ändern:

Dass Mexiko Ermittlungsmaterial zu dem Fall veröffentlicht habe, habe ein Abkommen zwischen beiden Ländern verletzt, kritisierte der Ministeriumssprecher. Dieses Vorgehen "stellt in Frage, ob die USA weiterhin Informationen zur Unterstützung von Mexikos eigenen Strafermittlungen zur Verfügung stellen kann".

Cienfuegos war im Oktober in den USA festgenommen und wegen Drogenschmuggels und Geldwäsche angeklagt worden. Die Ermittler beschuldigten ihn, an der Produktion und am Verkauf von tausenden Kilogramm Kokain, Heroin, Methamphetamin und Marihuana in den USA beteiligt gewesen sein. Der frühere Minister mit dem Spitznamen "Der Pate" missbrauchte sein Amt nach Angaben der Ermittler, um das mexikanische H-2-Kartell zu unterstützen. Dies werde unter anderem durch abgefangene Blackberry-Botschaften zwischen Cienfuegos und Kartellmitgliedern belegt.

Die Festnahme des früheren Ministers auf einem Flughafen in Los Angeles hatte für diplomatischen Verstimmungen zwischen den Nachbarländern geführt. Im November ließ die US-Justiz schließlich die Anklage fallen. Cienfuegos wurde auf Drängen Mexikos an sein Heimatland überstellt, um sich dort Ermittlungen zu stellen.

Am Donnerstag stellte die mexikanische Justiz die Ermittlungen gegen den 72-jährigen Ex-General jedoch ein. Der Vorwurf, Cienfuegos habe Kontakte zu kriminellen Banden gehabt und diese unterstützt, habe sich nicht bestätigt, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft. Am Freitag warf schließlich Präsident López Obrador der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA vor, Beweise gegen Cienfuegos gefälscht zu haben.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Hormus-Blockade: Paris und London planen internationale Mission

Vor dem Hintergrund der angekündigten Teil-Blockade der Straße von Hormus durch die US-Armee wollen Frankreich und Großbritannien den Aufbau einer internationalen Mission zur Absicherung der Meerenge vorantreiben. In den kommenden Tagen solle dazu eine internationale Konferenz in Paris stattfinden, kündigte der französische Präsident Emmanuel Macron am Montag im Onlinedienst X an. "Diese strikt defensive und von den Konfliktparteien getrennte Mission soll eingesetzt werden, sobald es die Lage zulässt", betonte Macron.

Korruption bei Fischereischeinen: Bewährungsstrafen in Hamburg

In einem Prozess um Korruption in einem Bezirksamt hat ein Hamburger Amtsgericht eine Sachbearbeiterin und deren Lebensgefährten zu jeweils eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Das Gericht sprach sie nach Angaben eines Sprechers vom Montag wegen Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit in elf Fällen schuldig. Laut Anklage hatte die Frau elf Fischereischeine ohne den Nachweis einer Angelprüfung ausgestellt, ihr Lebensgefährte übernahm die Abwicklung mit den jeweiligen Auftraggebern.

Friedensaufforderung des Papstes: Trump attackiert Leo XIV.

Mit einem Appell für Frieden im Nahen Osten hat Papst Leo XIV. den Zorn von US-Präsident Donald Trump auf sich gezogen. "Ich bin kein großer Fan von Papst Leo", sagte Trump auf dem Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews nahe Washington. Später postete Trump ein KI-generiertes Bild, das ihn als Jesus Christus zeigt. Der Papst wiederum lehnte am Montag eine Debatte mit Trump ab.

Rechtspopulistin Le Pen kritisiert EU-Reaktion auf Orbans Abwahl

Nach der Wahlniederlage des rechtsnationalen ungarischen Regierungschefs Viktor Orban hat die französische Rechtspopulistin Marine Len Pen die positive Reaktion der EU-Kommission kritisiert. Die von der EU-Kommission ausgedrückte "Genugtuung" sollte die Ungarn "beunruhigen", schrieb Le Pen am Montag im Onlinedienst X. Orban habe 16 Jahre lang "mit Mut und Entschlossenheit die Freiheit und Souveränität Ungarns verteidigt", erklärte Le Pen, die Ende März nach Ungarn gereist war, um ihren Verbündeten zu unterstützen.

Textgröße ändern: