Deutsche Tageszeitung - Russische Demonstrantin erneut ins Krankenhaus eingeliefert

Russische Demonstrantin erneut ins Krankenhaus eingeliefert


Russische Demonstrantin erneut ins Krankenhaus eingeliefert
Russische Demonstrantin erneut ins Krankenhaus eingeliefert / Foto: ©

Nach Protesten für die Freilassung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny ist eine Demonstrantin, die von der Polizei getreten wurde, erneut ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der Zustand der 54-jährigen Mutter habe sich verschlechtert, teilte ihre Anwältin Valeria Wetoschkina am Mittwoch mit. In einem Video im Internet war zu sehen, wie die Frau bei Protesten in St. Petersburg mit dem Kopf auf dem Gehsteig aufschlug, nachdem ein Polizist sie in den Bauch getreten hatte.

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Wetoschkina sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass ihre Mandantin seitdem unter Schwindel und Kopfschmerzen leide. Nach ihrer ersten Entlassung aus der Klinik am Sonntag hatte die Demonstrantin gesagt, sie habe eine Entschuldigung des Polizeibeamten angenommen, der sie besuchte habe.

Vor ihrer erneuten Einlieferung am Dienstag sagte sie jedoch zu AFP, sie habe die Entschuldigungen nur angenommen, weil sie sich "verloren, unbehaglich und sehr schwach" gefühlt habe. "Den ganzen Tag lang baten mich alle, ihnen zu verzeihen. Mein einziger Wunsch war es, in Ruhe gelassen zu werden", sagte sie.

Nachdem örtliche Medien das Video des Sturzes verbreitet hatten, teilte die Staatsanwaltschaft von St. Petersburg mit, den Vorfall zu untersuchen. Am Dienstag verteidigte der Vorsitzende des russischen Unterhauses, Wjatscheslaw Wolodin, den Polizisten und sagte, dass dieser "an der Ausübung seiner Pflichten gehindert wurde".

Die Demonstrantin, die in der Stadt Luga etwa 150 Kilometer südlich von St. Petersburg wohnt, kündigte an, vor Gericht gegen die Polizei vorzugehen. Sie war nach St. Petersburg gereist, um Nawalny zu unterstützen und gegen die russische Regierung zu protestieren. Unterstützer des Oppositionellen haben für das kommende Wochenende erneut zu Demonstrationen aufgerufen.

Am Samstag hatten zehntausende Menschen in zahlreichen Städten Russlands die Freilassung Nawalnys gefordert. Nach einer Zählung der Nichtregierungsorganisation OWD-Info wurden fast 3900 Teilnehmer der Kundgebungen festgenommen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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