Deutsche Tageszeitung - Tokio: Exportkontrollen der EU bringen Impfplan in Japan durcheinander

Tokio: Exportkontrollen der EU bringen Impfplan in Japan durcheinander


Tokio: Exportkontrollen der EU bringen Impfplan in Japan durcheinander
Tokio: Exportkontrollen der EU bringen Impfplan in Japan durcheinander / Foto: ©

Die Exportkontrollen der EU für Corona-Impfstoffe verzögern nach Angaben der Regierung in Tokio die Fertigstellung des Impfplans in Japan. Das Vorgehen der EU habe bereits Auswirkungen auf die Impfstoff-Lieferungen und bringe den Zeitplan für die Impfungen durcheinander, sagte der Impfbeauftragte der Regierung, Taro Kono, am Dienstag. Der Minister forderte, auf internationaler Ebene Maßnahmen gegen sogenannten "Impfstoff-Nationalismus" zu ergreifen.

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Die EU-Kommission hatten wegen Lieferengpässen am Freitag eine "Ausfuhrgenehmigungspflicht" beschlossen, um die Exporte von Corona-Impfstoffen aus der EU zu überwachen und gegebenenfalls zu beschränken. Alle Pharmakonzerne, die mit der EU Lieferverträge über Corona-Impfstoffe abgeschlossen haben, müssen Lieferungen an Drittstaaten in Brüssel melden.

Japan hat sein Impfprogramm noch nicht gestartet, weil es alle Impfstoffe noch in eigenen Studien testet. Das Land hat aber bereits Lieferverträge mit den Herstellen Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca abgeschlossen und genug Impfdosen bestellt, um alle 126 Millionen Einwohner zu impfen. Die Regierung hofft darauf, Ende Februar mit dem Impfen beginnen zu können.

In Japan bringt derzeit eine dritte Welle von Corona-Infektionen das Gesundheitssystem an seine Grenzen. Tokio und andere Regionen verzeichnen Rekordwerte bei den Neuinfektionen. Es gilt als wahrscheinlich, dass Regierungschef Yoshihide Suga den geltenden Ausnahmezustand am Dienstagabend um einen Monat bis Anfang März verlängern wird.

Die Regierung hält aber dennoch daran fest, im Juli wie geplant die bereits im Vorjahr wegen der Pandemie abgesagten Olympischen Sommerspiele in Tokio zu eröffnen. Japans Chef-Organisator Yoshiro Mori bekräftigte am Dienstag, die Spiele würden "mit Sicherheit" stattfinden, wie auch immer sich die Corona-Pandemie entwickele.

(U.Beriyev--DTZ)

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