Deutsche Tageszeitung - Thailands Ministerpräsident muss sich Misstrauensvotum stellen

Thailands Ministerpräsident muss sich Misstrauensvotum stellen


Thailands Ministerpräsident muss sich Misstrauensvotum stellen
Thailands Ministerpräsident muss sich Misstrauensvotum stellen / Foto: ©

Inmitten der Corona-Pandemie und erneuter Kundgebungen für demokratische Reformen muss sich Thailands Ministerpräsident Prayut Chan-O-Cha am Samstag einem Misstrauensvotum im Parlament stellen. Zu Beginn der mehrtägigen Debatte am Dienstag warf die Opposition dem ehemaligen Armeechef und seiner Regierung vor, für die wirtschaftliche Krise im Land verantwortlich zu sein.

Textgröße ändern:

Zuvor hatte die Regierung für das vergangene Jahr einen Rückgang der Wirtschaft um 6,1 Prozent gemeldet, das schlechteste Ergebnis seit mehr als zwei Jahrzehnten. Schon vor Beginn der Pandemie hatte das südostasiatische Königreich mit steigenden Lebenshaltungskosten, einer zunehmenden Verschuldung der privaten Haushalte und einer wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich zu kämpfen.

Allgemein wird damit gerechnet, dass der im Jahr 2014 durch einen Putsch an die Macht gekommene Regierungschef das Misstrauensvotum übersteht. Doch könnte es Konflikte innerhalb seiner Partei bloßlegen.

In der vom Fernsehen übertragenen Debatte ging die Opposition mit Prayut und seinem Kabinett scharf ins Gericht. Der Chef der größten Oppositionsfraktion Pheu Thai, Sompong Amornvivat, sprach von einer "Schmarotzer-Regierung, die "die Zukunft des Landes und Träume der Menschen" zerstöre.

Seit Monaten gehen vor allem jungen Menschen in Thailand für mehr Demokratie auf die Straße. Sie fordern den Rücktritt Prayuts, eine neue Verfassung sowie eine Reform der Monarchie. Zuletzt waren die Proteste abgeflaut, doch seit der Inhaftierung von vier pro-demokratischen Aktivisten vor einer Woche flammen sie wieder auf. Ihnen drohen hohe Haftstrafen wegen "Majestätsbeleidigung".

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Nach Bolsonaros Niederlage: Trump nennt Brasilien-Wahl "manipuliert"

US-Präsident Donald Trump hat Zweifel am Wahlsieg des linksgerichteten brasilianischen Staatschefs Luiz Inácio Lula da Silva gesät. Es sehe nach einer "manipulierten Wahl" aus, sagte Trump am Montag nach der Niederlage seines Verbündeten, des rechtsgerichteten Politikers Flávio Bolsonaro. Die Niederlage Bolsonaros bedeutet für Trump einen Rückschlag nach Wahlsiegen verbündeter Politiker in lateinamerikanischen Ländern wie Argentinien, Kolumbien oder Chile.

Flavio Bolsonaro darf nach eigenen Angaben Brasilien nicht verlassen

Gegen den bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien unterlegenen Kandidaten Flávio Bolsonaro ist nach dessen eigener Aussage eine Ausreisesperre verhängt worden. Er habe eine Anordnung des Obersten Gerichtes erhalten, wonach er seine Pässe abgeben müsse und es ihm untersagt sei, das Land zu verlassen, sagte Bolsonaro am Montag in einem Video. Er kündigte zugleich an, dass er weiter die Opposition anführen und sich "nicht einschüchtern" lassen wolle.

Nach Machados Rückkehr: Venezuelas Übergangspräsidentin wirft ihr "Show" vor

Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hat der Oppositionspolitikerin María Corina Machado nach deren überraschender Rückkehr ins Land vorgeworfen, eine "Show" zu inszenieren. "Ich glaube ganz ehrlich, dass sie aufhören sollte, Politik wie eine Show zu betreiben, denn die Politik ist etwas sehr Ernsthaftes", sagte Rodríguez am Montag mit Bezug auf die nicht veröffentlichten Umstände von Machados Rückkehr. "Es gibt ja hier Flughäfen", fügte sie hinzu.

Verteidigungsministertreffen: Pistorius spricht Putin ernsthaften Friedenswillen ab

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat Kremlchef Wladimir Putin vor dem Hintergrund der für November in Aussicht gestellten Dreiergespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA mangelnden Friedenswillen vorgeworfen. "Putin simuliert immer mal wieder Gesprächsbereitschaft", sagte Pistorius am Montag nach einem E5-Verteidigungsministertreffen in Paris. "Nichts, aber auch gar nichts" deute darauf hin, dass Putin "an einem Waffenstillstand oder gar an einem Frieden interessiert ist".

Textgröße ändern: