Deutsche Tageszeitung - Potenzielle Strafen für Demonstranten in Russland verschärft

Potenzielle Strafen für Demonstranten in Russland verschärft


Potenzielle Strafen für Demonstranten in Russland verschärft
Potenzielle Strafen für Demonstranten in Russland verschärft / Foto: ©

In Russland sind die Strafen für Vergehen bei Demonstrationen verschärft worden. Präsident Wladimir setzte am Mittwoch mit seiner Unterschrift entsprechende Gesetzesänderungen in Kraft. Demnach drohen etwa Demonstranten, die sich Anweisungen der Sicherheitskräfte widersetzen, künftig Geldstrafen von bis zu 20.000 Rubel (230 Euro) oder 30 Tage Haft. Bislang konnte ein solches Delikt mit einer Strafe von bis zu 5000 Rubel geahndet werden.

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Die Gesetzesverschärfungen folgten auf die Großdemonstrationen gegen die Festnahme des führenden Oppositionellen Alexej Nawalny. Die Behörden waren mit Härte gegen die Proteste im Januar und Anfang Februar vorgegangen, mehr als 10.000 Menschen wurden festgenommen.

Nawalny war im Januar direkt nach seiner Rückkehr aus Deutschland, wo er nach einem auf ihn in Sibirien verübten Giftanschlag behandelt worden war, in Gewahrsam genommen worden. Der Putin-Kritiker wurde inzwischen wegen angeblicher Verstöße gegen Bewährungsauflagen zu mehr als zweieinhalb Jahren Haft in einem Straflager verurteilt.

Eine weitere von Putin am Mittwoch abgezeichnete Gesetzesänderung sieht Strafen von bis zu drei Millionen Rubel für Onlinenetzwerke wie Facebook oder Twitter vor, die russische Medien oder Bürger "sanktionieren". Damit ist etwa die Löschung bestimmter Inhalte gemeint.

Diese Geldstrafe basiert auf einem Gesetz für ein "souveränes", von ausländischen Servern unabhängiges Internet, das Putin im Mai 2019 in Kraft gesetzt hatte. Das Gesetz soll eine zentrale Kontrolle des Datenverkehrs ermöglichen, Kritiker sehen darin eine Einschränkung der Meinungsfreiheit.

(U.Beriyev--DTZ)

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