Deutsche Tageszeitung - US-Geheimdienst kurz vor Veröffentlichung von brisantem Bericht zu Khashoggi-Mord

US-Geheimdienst kurz vor Veröffentlichung von brisantem Bericht zu Khashoggi-Mord


US-Geheimdienst kurz vor Veröffentlichung von brisantem Bericht zu Khashoggi-Mord
US-Geheimdienst kurz vor Veröffentlichung von brisantem Bericht zu Khashoggi-Mord / Foto: ©

Ein bislang unter Verschluss gehaltener US-Geheimdienstbericht zum Mord an dem saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi droht am Freitag zum Sprengsatz in den Beziehungen zwischen Washington und Riad zu werden. In dem brisanten Bericht des Auslandsgeheimdienst CIA, dessen Veröffentlichung unmittelbar bevorstand, wird laut US-Medien dem mächtigen saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman eine Verwicklung in den Mord vorgeworfen. Ex-US-Präsident Donald Trump hatte eine Veröffentlichung zuvor verhindert und sich um gute Beziehungen mit bin Salman bemüht. Trumps Nachfolger Joe Biden telefonierte noch am Donnerstag mit dem saudiarabischen König Salman.

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Der mit Spannung erwartete Bericht entstand rund einen Monat nach dem Mord an Khashoggi im saudiarabischen Konsulat in Istanbul im Oktober 2018. Laut der Zeitung "Washington Post" geht die CIA mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass der Kronprinz den Mord persönlich befohlen habe. Der Geheimdienst nennt dafür mehrere schlagende Beweise.

Dazu zähle ein von den US-Geheimdiensten abgehörtes Telefonat des Kronprinzen mit seinem Bruder Chalid bin Salman, dem saudiarabischen Botschafter in Washington. In dem Gespräch rief der Kronprinz seinen Bruder auf, Khashoggi die Reise nach Istanbul nahezulegen, damit dieser dort Dokumente für seine geplante Hochzeit abholen solle.

Weiterer Kernpunkt der Beweisführung ist demnach ein Video des türkischen Geheimdienstes, das die Tat im Inneren des saudiarabischen Konsulats dokumentiere. Die Aufnahmen hätten bei der Identifizierung der Täter geholfen und die Kommunikation mit der Regierung in Riad festgehalten.

Khashoggi war von einem entsandten 15-köpfigen Kommando ermordet worden. Unter internationalem Druck gab Riad nach wochenlangen Dementis zu, dass der regierungskritische Journalist "bei einem missglückten Einsatz zu seiner Festnahme" getötet worden sei.

Bidens Vorgänger Trump hatte ein enges Verhältnis zu Riad gepflegt, das auch durch den Mord an Khashoggi nicht wesentlich beeinträchtigt wurde. Er unterband während seiner Amtszeit die Veröffentlichung des CIA-Berichts.

Biden schlägt derweil einen härteren Kurs gegen Riad ein. In seinem ersten Telefonat seit dem Amtsantritt mit König Salman am Donnerstag habe Biden die Bedeutung unterstrichen, welche seine Regierung "den universellen Menschenrechten und der Rechtsstaatlichkeit" beimesse, teilte das Weiße Haus mit. Der US-Präsident versicherte demnach zugleich dem saudiarabischen Monarchen, dass die Vereinigten Staaten an der Seite des Königreichs angesichts von Raketenangriffen durch pro-iranische Gruppen stünden.

Die amtliche saudiarabische Nachrichtenagentur SPA berichtete, der König und Biden hätten "die Tiefe der Beziehungen" zwischen ihren Ländern hervorgehoben. Auch hätten sie über die "destabilisierenden Aktivitäten" des Iran im Nahen Osten und dessen "Unterstützung für terroristische Gruppen gesprochen".

(V.Korablyov--DTZ)

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