Deutsche Tageszeitung - 22 pro-iranische Kämpfer bei US-Angriffen in Syrien getötet

22 pro-iranische Kämpfer bei US-Angriffen in Syrien getötet


22 pro-iranische Kämpfer bei US-Angriffen in Syrien getötet
22 pro-iranische Kämpfer bei US-Angriffen in Syrien getötet / Foto: ©

Die US-Armee hat auf Anweisung von Präsident Joe Biden Luftangriffe gegen pro-iranische Milizen in Syrien geflogen. Dabei wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der Nacht zum Freitag nahe der Grenze zum Irak mindestens 22 Milizionäre getötet. Das Pentagon machte keine Angaben zu Todesopfern. Es bezeichnete die Angriffe als Antwort auf den mehrfachen Raketenbeschuss von Stellungen der USA und ihrer Verbündeten im Irak seit Mitte Februar.

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Es war der erste Luftangriff der US-Armee auf die pro-iranischen Milizen im Nahen Osten seit Bidens Amtsantritt vor fünf Wochen. Durch die Angriffe wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle drei mit Munition beladene Lkw zerstört, die aus dem Irak kommend an einem inoffiziellen syrischen Grenzposten südlich der Stadt Abu Kamal eingetroffen seien.

Bei den Toten handelt es sich laut den Aktivisten um Mitglieder der pro-iranischen Hasched-al-Schaabi-Milizen, die mehrere kleinere Milizen umfassen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat ihren Sitz in Großbritannien und bezieht ihre Informationen aus einem Netz von Informanten vor Ort. Ihre Angaben lassen sich von unabhängiger Seite oft kaum überprüfen.

Pentagon-Sprecher John Kirby teilte mit, die US-Armee habe von pro-iranischen Milizen genutzte "Infrastruktur" an einem ostsyrischen Grenzposten angegriffen. "Mehrere Einrichtungen" seien zerstört worden. Laut Kirby waren diese Einrichtungen von Teilorganisationen der Hasched-al-Schaabi genutzt worden, unter ihnen die Kataib Hisbollah.

Mit dem Militäreinsatz sende Biden die "unmissverständliche Botschaft", dass er handeln werde, um die US-Truppen im Nahen Osten und deren Partner zu schützen, betonte Kirby. Er bezeichnete die US-Angriffe als "verhältnismäßig". Sie seien von diplomatischen Schritten wie Konsultationen mit den Verbündeten in der Militärkoalition gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) begleitet worden.

Nach mehrere Monaten relativer Ruhe waren zuletzt drei Mal Stellungen der USA im Irak unter Raketenbeschuss geraten. Bei einem dieser Angriffe wurden Mitte Februar an einem von US-Truppen genutzten Luftwaffenstützpunkt im nordirakischen Erbil ein ziviler Militärmitarbeiter getötet sowie ein US-Soldat und mehrere Iraker verletzt.

Die US-Regierung macht für diesen Angriff die Kataib Hisbollah verantwortlich, auch wenn diese Miliz sich nicht dazu bekannt hat. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin sagte zu den jetzigen US-Luftangriffen, das Pentagon sei sich sicher, das richtige Ziel ausgewählt zu haben. Es sei die Miliz getroffen worden, die für die Raketenangriffe der jüngsten Zeit verantwortlich sei. Ein Sprecher von Kataib Hisbollah bestätigte zunächst nur den Tod eines Kämpfers.

Die syrische Regierung verurteilte die "feige amerikanische Aggression" scharf. Dies sei "ein schlechtes Vorzeichen der Politik der neuen US-Regierung", die sich an internationale Normen halten sollte, teilte das Außenministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana mit.

Auch eine Sprecherin des russischen Außenministeriums kritisierte die Angriffe "auf das Schärfste" und rief Washington auf, Syriens territoriale Integrität zu respektieren. Russland ist ein wichtiger Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad.

Die gegenseitigen Militärangriffe kommen zu einem Zeitpunkt, da Washington und Teheran sich hinsichtlich der Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran von 2015 belauern. Beide Seiten verlangen voneinander erste konkrete Schritte zur möglichen Wiederbelebung der Vereinbarung.

Bidens Vorgänger Donald Trump war 2018 aus dem von ihm als unzulänglich angeprangerten Abkommen ausgestiegen. Danach ließ er massive Wirtschaftssanktionen gegen Teheran in Kraft setzen. Der Iran zog sich daraufhin seinerseits schrittweise aus der Vereinbarung zurück, indem er absichtlich gegen darin enthaltene Regelungen zur Begrenzung seines Nuklearprogramms verstieß.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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