Deutsche Tageszeitung - Mehr als 300 Schülerinnen im Nordwesten Nigerias entführt

Mehr als 300 Schülerinnen im Nordwesten Nigerias entführt


Mehr als 300 Schülerinnen im Nordwesten Nigerias entführt
Mehr als 300 Schülerinnen im Nordwesten Nigerias entführt / Foto: ©

In Nigeria sind erneut hunderte Schülerinnen entführt worden. 317 Mädchen der Government Girls Science Secondary School von Jangebe seien von "bewaffneten Banditen" verschleppt worden, erklärte ein Polizeisprecher am Freitag. Die Polizei des Bundesstaates Zamfara startete gemeinsam mit dem Militär eine Such- und Rettungsaktion, der sich laut Augenzeugen auch Eltern und Bewohner von Jangebe anschlossen. Die Angreifer überfielen das Internat im Nordwesten Nigerias in der Nacht zu Freitag und drangen in die Schlafsäle ein.

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Rund 50 Schülerinnen gelang die Flucht. Ihre aufgebrachten Eltern weigerten sich, sie für Befragungen durch die Polizei zurückzulassen und verwüsteten die Schule. "Sie sind gewalttätig geworden und haben Türen und Fenster eingeschlagen. Wir hatten keine andere Wahl, als sie gehen zu lassen", berichtete ein Lehrer.

Die Lage in Jangebe war nach der Tat angespannt: Wütende Dorfbewohner griffen einen Fahrzeugkonvoi mit Journalisten, Sicherheitskräften und Behördenvertretern an, der nach der Entführung in das Dorf kam. "Die Dorfbewohner haben mit Steinen nach unseren Fahrzeugen geworfen", berichtete Umar Shehu, Reporter der Zeitung "Daily Trust". "Wir waren gezwungen, schnell wieder umzukehren."

Bei dem Vorfall handelt es sich bereits um den dritten Angriff auf eine Schule in Nigeria binnen drei Monaten. Mitte Februar waren im Nachbarbundesstaat Niger 42 Menschen aus einem Internat entführt worden, darunter 27 Schüler. Sie wurden bis heute nicht freigelassen. Nach Behördenangaben laufen die Verhandlungen mit den Entführern noch. Im Dezember waren zudem mehr als 300 Jungen einer Schule in Kankara im Bundesstaat Katsina verschleppt worden. Sie kamen später wieder auf freien Fuß.

Seit Jahren mehren sich die Angriffe krimineller Banden im Nordwesten und im Zentrum Nigerias. Die in Nigeria als "Banditen" bezeichneten Gangs entführen Menschen und sind für Plünderungen und Vergewaltigungen verantwortlich.

Die Banden handeln vornehmlich aus finanziellen Motiven und haben keine bekannten ideologischen Ausrichtungen. Es gibt jedoch wachsende Bedenken, dass sie mit Dschihadisten aus dem Nordosten kooperieren könnten. Diese kämpfen seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Staats.

Die Hilfsorganisation Save the Children verurteilte die wiederholten Angriffe auf Schulen als "inakzeptabel". "Schulen dürfen keine Orte der Angst sein, sie müssen sichere Lernorte sein, in denen Kinder spielen, lernen, ihr volles Potenzial entfalten und ausleben können", erklärte Mercy Gichuhi, Länderdirektorin von Save the Children in Nigeria.

(V.Sørensen--DTZ)

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