Deutsche Tageszeitung - Sicherheitskräfte erschießen sechs Menschen bei Protesten in Myanmar

Sicherheitskräfte erschießen sechs Menschen bei Protesten in Myanmar


Sicherheitskräfte erschießen sechs Menschen bei Protesten in Myanmar
Sicherheitskräfte erschießen sechs Menschen bei Protesten in Myanmar / Foto: ©

Beim Einsatz von Gewalt durch die Sicherheitskräfte in Myanmar sind bei Protesten mindestens sechs Menschen getötet worden. Vier Demonstranten seien in der zentralen Region Sagaing und zwei weitere in der zweitgrößten Stadt Mandalay erschossen worden, berichteten Rettungskräfte am Mittwoch. Derweil verurteilte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) den Militärputsch in dem südostasiatischen Land und forderte die Freilassung der politischen Führung.

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Ein Arzt in Mandalay bestätigte, dass die Opfer durch Schüsse in Brust und Kopf getötet wurden. Trotz internationalen Drucks sind die Militärherrscher zuletzt mit großer Härte gegen die Demonstranten vorgegangen, um die seit dem Militärputsch am 1. Februar anhaltenden Proteste zu stoppen.

Am Mittwoch gingen erneut tausende Menschen landesweit auf die Straßen. In der größten Stadt Rangun stellten Demonstranten Barrikaden aus Reifen und Stacheldraht auf, um die Hauptstraßen zu blockieren. Nahe der bekannten Sule-Pagode klebten die Demonstranten Aufkleber mit dem Gesicht des Juntachefs Min Aung Hlaing auf den Boden. Mit der Taktik wollen die Menschen die Polizei aufhalten, die versuchen wird, nicht auf das Konterfei des Armeechefs zu treten.

Angesichts der Situation in Myanmar und der bisher engen Beziehungen des Deutschen Bundestages zum dortigen Parlament bekundete Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble dem bisherigen und derzeit unter Hausarrest stehenden Sprecher der Volksversammlung in Myanmar, T. Khun Myatt, seine Solidarität. In einem offenen Brief verurteilte Schäuble den Militärputsch in Myanmar als unrechtmäßig.

Er forderte die sofortige Freilassung der verhafteten Mitglieder des Parlaments und der bisherigen Regierung. "Die demokratische Legitimation der im November 2020 gewählten Parlamentarier spiegelt sich wider in den derzeitigen Protesten der Bevölkerung, die gewaltsam niedergeschlagen werden", schrieb Schäuble weiter.

(P.Tomczyk--DTZ)

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